Als Loft gilt eine Wohnung, die aus einer früheren Fabrik- oder Gewerbefläche entstanden ist: offener Grundriss, hohe Räume, große Fenster, oft sichtbare Ziegel oder Stahlträger. Heizen ist wegen des großen Volumens oft teuer, der Schall stört. Wichtig ist, dass die Widmung das Wohnen erlaubt und die Umnutzung bewilligt wurde.
Ausführlich erklärt
Ein Loft ist eine Wohnung, die aus einer ehemals gewerblich oder industriell genutzten Fläche entstanden ist. Charakteristisch sind ein offener Grundriss ohne durchgehende Zwischenwände, große Raumhöhen, ausgedehnte Fensterflächen und häufig sichtbar belassene Bauteile wie Ziegelwände, Stahlträger oder Betondecken. Der Begriff stammt aus New York, wo ab den 1960er-Jahren leerstehende Fabriketagen von Künstlern bewohnt wurden. In Österreich ist das Angebot deutlich kleiner als in großen Industriestädten; entsprechende Objekte finden sich vor allem in ehemaligen Gewerbebauten in Wien, Graz und Linz sowie in umgenutzten Betriebsgebäuden am Stadtrand.
Rechtlich ist die Umnutzung der entscheidende Punkt. Erforderlich sind eine widmungskonforme Grundlage – eine gewerblich gewidmete Fläche darf nicht ohne Weiteres bewohnt werden – sowie eine baurechtliche Bewilligung der Nutzungsänderung. Zu prüfen sind zudem Anforderungen an Belichtung, Belüftung, Raumhöhen, Schallschutz, Brandschutz und Fluchtwege, die für Wohnnutzung strenger sind als für Lager- oder Produktionsflächen. Wer eine Rohfläche mit Umbauabsicht erwirbt, sollte die Zulässigkeit vorab schriftlich klären.
Die Vorzüge sind offensichtlich: großzügige Raumwirkung, Flexibilität in der Aufteilung, viel Tageslicht und ein Charakter, den Neubauten selten erreichen. Zugleich bestehen charakteristische Nachteile, die vor dem Kauf realistisch zu bewerten sind. Energetisch sind Lofts anspruchsvoll. Große Fensterflächen und hohe Räume bedeuten viel zu beheizendes Volumen und hohe Wärmeverluste, sofern die Hülle nicht saniert wurde.
Im Sommer führen dieselben Fensterflächen zu Überhitzung, weshalb Verschattung und – zunehmend – Kühlung erforderlich sind. Die Heizkosten liegen deshalb häufig deutlich über jenen vergleichbar großer konventioneller Wohnungen. Akustisch wirkt der offene Grundriss ebenfalls: Große, hohe Räume mit harten Oberflächen erzeugen lange Nachhallzeiten, und ohne Trennwände gibt es kaum Rückzugsmöglichkeiten. Wer mit mehreren Personen wohnt oder von zu Hause arbeitet, sollte das bedenken.
Praktisch relevant sind ferner die Kosten der Reinigung und Instandhaltung großer Flächen, die Zugänglichkeit hoher Fenster und die Frage, ob nachträglich Zwischenwände oder eine Galerie eingezogen werden dürfen – Letzteres berührt Statik, Belichtung und im Wohnungseigentum die Zustimmung der Gemeinschaft. Am Markt sind Lofts ein Nischenprodukt mit begrenztem, aber spezifischem Interessentenkreis. Das bedeutet in guten Lagen Preisaufschläge, beim Wiederverkauf aber längere Vermarktungsdauer als bei Standardwohnungen. Für Käufer empfiehlt sich daher, neben der Ästhetik die harten Faktoren zu prüfen: Energieausweis und tatsächliche Heizkosten der letzten Jahre, Zustand von Dach und Fenstern, Schallschutz zu Nachbareinheiten, Vorhandensein einer Verschattung und die baurechtliche Absicherung der Wohnnutzung.
Ein Loft, dessen Umwidmung nicht sauber dokumentiert ist, ist bei Finanzierung und Wiederverkauf ein Problem. Wer den Charakter schätzt, aber die Nachteile scheut, findet in Dachgeschoßwohnungen und Maisonetten häufig einen Kompromiss mit ähnlicher Raumwirkung bei besserer Alltagstauglichkeit.