Als Kubatur bezeichnet man das Volumen, das die Gebäudehülle umschließt, gemessen in Kubikmetern. Baukosten werden oft je Kubikmeter angegeben, weil hohe Räume mehr kosten als niedrige. Viel umbauter Raum bedeutet zudem mehr zu beheizendes Volumen, was Dachgeschoß- und Loftwohnungen im laufenden Betrieb teurer macht.
Ausführlich erklärt
Kubatur bezeichnet den umbauten Raum eines Gebäudes – also das von der Gebäudehülle umschlossene Volumen, gemessen in Kubikmetern. Ermittelt wird es aus der Bruttogeschossfläche multipliziert mit der jeweiligen Geschoßhöhe, wobei die Abgrenzung – etwa bei Dachräumen, Kellern, Vordächern und Loggien – der ÖNORM B 1800 folgt. Verwendet wird die Kubatur in mehreren Zusammenhängen. In der Kostenermittlung dient sie als Bezugsgröße für Kennwerte: Baukosten werden häufig je Kubikmeter umbauten Raums angegeben, differenziert nach Gebäudeart und Ausstattungsstandard.
Das ist besonders bei Gebäuden mit ungewöhnlichen Raumhöhen sinnvoll, weil ein Flächenkennwert dort in die Irre führt – eine Halle mit sechs Metern Höhe kostet je Quadratmeter Grundfläche ein Vielfaches einer Wohnung mit zweieinhalb Metern. In der Bewertung findet sie im Sachwertverfahren Anwendung, wenn die Neuherstellungskosten über volumenbezogene Kennwerte ermittelt werden. Auch hier gilt der Grundsatz der Konsistenz: Der Kennwert muss zu jener Größe passen, mit der er multipliziert wird – ein auf Bruttogeschossfläche bezogener Wert darf nicht mit der Kubatur verrechnet werden. Im Bau- und Planungsrecht ist die Kubatur eine der Größen, über die das zulässige Bauvolumen gesteuert wird.
Manche Bebauungspläne arbeiten mit einer Baumassenzahl, die das zulässige Volumen je Quadratmeter Grundstücksfläche festlegt, andere mit Geschoßflächenzahl und Gebäudehöhe. Praktisch bedeutsam wird der Begriff bei Umbauten: Maßnahmen, die die Kubatur verändern – Zubau, Aufstockung, Wintergarten, Gaupen, Verglasung einer Loggia –, sind regelmäßig bewilligungspflichtig, weil sie das umbaute Volumen erhöhen. Für Bauherren ist die Kubatur zugleich eine Steuerungsgröße der Wirtschaftlichkeit. Umbauter Raum verursacht Kosten – für Konstruktion, Hülle, Beheizung –, ohne dass daraus zwangsläufig nutzbare Fläche entsteht.
Hohe Räume, ausgeprägte Dachformen und komplexe Baukörper erhöhen das Volumen im Verhältnis zur Nutzfläche. Ein kompakter Baukörper senkt daher nicht nur die Baukosten, sondern über das günstigere Verhältnis von Hüllfläche zu Volumen auch den Heizwärmebedarf. Energetisch ist derselbe Zusammenhang maßgeblich: Der Heizwärmebedarf wird auf die Bruttogeschossfläche bezogen, hängt aber wesentlich von der Kompaktheit ab. Ein Reihenhaus erreicht bei gleicher Bauqualität bessere Werte als ein freistehender Bungalow.
Für Käufer spielt die Kubatur selten eine unmittelbare Rolle – dort zählen Nutzfläche und Wohnwert. Bei Objekten mit großzügigen Raumhöhen ist sie allerdings ein Hinweis auf höhere Beheizungskosten, die in der Betrachtung der laufenden Belastung zu berücksichtigen sind. Für Loft- und Dachgeschoßwohnungen ist dieser Zusammenhang besonders relevant: Die großzügige Raumwirkung, die den Reiz solcher Objekte ausmacht, geht mit einem größeren zu beheizenden Volumen einher. Die tatsächlichen Heizkostenabrechnungen der letzten Jahre sind daher aussagekräftiger als eine bloße Flächenangabe, weil sie das beheizte Volumen bereits berücksichtigen.