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Radon

ca. 2 Min. Lesezeit Stand: 03.09.2026 Immobilien-Glossar Österreich
Kurz erklärt

Radon ist ein radioaktives Gas aus dem Boden, das man nicht sieht und nicht riecht. Durch Risse und Rohrdurchführungen gelangt es in Keller und Wohnräume und gilt nach dem Rauchen als zweithäufigste Ursache für Lungenkrebs. Wie stark ein Haus betroffen ist, zeigt nur eine mehrmonatige Messung.

Ausführlich erklärt

Radon ist ein natürlich vorkommendes radioaktives Edelgas, das beim Zerfall von Uran im Boden entsteht. Es ist farb-, geruch- und geschmacklos und dringt über undichte Stellen in erdberührten Bauteilen in Gebäude ein – über Risse in Bodenplatten und Kellerwänden, Rohrdurchführungen, Fugen und offene Erdkeller. Gesundheitlich ist Radon relevant, weil es nach dem Rauchen als zweitwichtigste Ursache für Lungenkrebs gilt. Das Risiko steigt mit der Konzentration und der Aufenthaltsdauer; für Raucher ist es deutlich höher als für Nichtraucher.

Rechtsgrundlage ist das Strahlenschutzrecht, das einen Referenzwert für die Radonkonzentration in Aufenthaltsräumen festlegt, an dem sich Maßnahmen orientieren. Die Belastung hängt vom geologischen Untergrund ab und ist regional sehr unterschiedlich. In Österreich sind vor allem Gebiete mit granitischem und gneishaltigem Untergrund betroffen – Teile des Mühl- und Waldviertels, der Böhmischen Masse sowie einzelne Regionen in Salzburg, der Steiermark, Kärnten und Tirol. Für die Orientierung stehen Radonpotenzialkarten zur Verfügung; das Gesetz sieht die Ausweisung von Gebieten vor, in denen mit erhöhten Werten zu rechnen ist.

Wichtig ist: Eine Karte ersetzt keine Messung. Die tatsächliche Konzentration in einem Gebäude hängt neben dem Untergrund von Bauweise, Dichtheit der erdberührten Bauteile, Lüftungsverhalten und Nutzung ab und kann von Haus zu Haus stark abweichen. Gemessen wird mit passiven Exposimetern, die über mehrere Monate – idealerweise über die Heizperiode – in den regelmäßig genutzten Räumen aufgestellt und anschließend ausgewertet werden. Kurzzeitmessungen sind wenig aussagekräftig, weil die Konzentration tages- und jahreszeitlich schwankt.

Die Kosten sind gering. Bei erhöhten Werten stehen mehrere Maßnahmen zur Verfügung, gestaffelt nach Aufwand. Am einfachsten sind verstärktes Lüften der betroffenen Räume und das Abdichten von Rissen, Fugen und Rohrdurchführungen sowie das Abtrennen von Kellerräumen gegenüber den Wohngeschoßen. Wirksamer sind aktive Maßnahmen: eine Radondrainage beziehungsweise Absaugung unter der Bodenplatte, die das Gas abführt, bevor es eindringt, sowie eine mechanische Lüftung mit leichtem Überdruck.

Im Neubau lässt sich Vorsorge mit geringem Aufwand treffen: eine durchgehende, dichte Bodenplatte, sorgfältig abgedichtete Durchführungen und – in belasteten Gebieten – die Vorbereitung einer Absaugleitung unter der Bodenplatte, die nur im Bedarfsfall aktiviert wird. Für Käufer in ausgewiesenen Gebieten empfiehlt sich, nach vorhandenen Messergebnissen zu fragen oder eine Messung zu veranlassen – insbesondere bei Objekten mit genutzten Untergeschoßen. Für Vermieter ist zu beachten, dass Radon bei erheblicher Überschreitung eine Gesundheitsgefährdung darstellen kann, deren Beseitigung im Anwendungsbereich des Mietrechtsgesetzes den Vermieter trifft. Eine Messung schafft in solchen Fällen Klarheit für beide Seiten und ist gemessen an den möglichen Folgen sehr günstig – die Kosten eines Exposimeters liegen im niedrigen zweistelligen Bereich.

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