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Mansarde

ca. 2 Min. Lesezeit Stand: 03.09.2026 Immobilien-Glossar Österreich
Kurz erklärt

Als Mansarde gilt der Wohnraum unter einem Mansarddach, dessen Dachseiten unten steil und oben flacher verlaufen. Dadurch entsteht mehr Raum mit voller Stehhöhe. Umgangssprachlich meint man damit oft jeden Dachraum. Typisch sind gutes Licht und Aussicht, aber Hitze im Sommer und weniger anrechenbare Fläche unter Schrägen.

Ausführlich erklärt

Der Begriff Mansarde bezeichnet ursprünglich den Wohnraum unter einem Mansarddach – einer Dachform, bei der jede Dachseite in zwei Abschnitte mit unterschiedlicher Neigung geteilt ist: unten steil, oben flacher. Benannt ist sie nach dem französischen Architekten François Mansart. Im Alltag wird der Ausdruck darüber hinaus für Dachgeschoßräume allgemein verwendet. Der bauliche Vorteil dieser Dachform liegt auf der Hand: Durch den steilen unteren Abschnitt entsteht deutlich mehr Raum mit voller Stehhöhe als bei einem einfachen Satteldach gleicher Höhe.

Historisch war das der Grund für ihre Verbreitung – zusätzlicher Wohnraum ließ sich schaffen, ohne die Traufhöhe und damit die baurechtlich maßgebliche Gebäudehöhe zu erhöhen. In Wien und anderen Städten prägt sie das Erscheinungsbild zahlreicher Gründerzeitbauten. Wohnräume unter einem solchen Dach haben charakteristische Eigenschaften. Positiv sind die besondere Raumwirkung, das häufig gute Tageslicht durch Gauben und Dachflächenfenster sowie die Aussicht.

Nachteilig sind die eingeschränkte Möblierbarkeit unter Schrägen, die sommerliche Überwärmung und – bei unsanierten Objekten – erhebliche Wärmeverluste über das Dach. Für die Fläche ist zu beachten, dass Bereiche unter Dachschrägen je nach Raumhöhe nur teilweise oder gar nicht zur Nutzfläche zählen. Die Ansätze unterscheiden sich zwischen mietrechtlicher Nutzfläche, beworbener Wohnfläche und der Nutzwertermittlung im Wohnungseigentum. Bei Objekten mit hohem Schrägenanteil weichen die Zahlen daher stärker voneinander ab als bei konventionellen Wohnungen – wer Angaben vergleicht, sollte klären, welche Definition zugrunde liegt.

Bautechnisch stehen zwei Themen im Vordergrund. Erstens der Wärmeschutz: Eine ausreichende Dämmung der Dachschrägen samt luftdichter Ebene und funktionierender Hinterlüftung ist Voraussetzung für Behaglichkeit im Winter wie im Sommer. Fehler an dieser Stelle führen zu Kondensat und Schimmel in der Konstruktion. Zweitens der sommerliche Wärmeschutz: Außenliegende Verschattung, ausreichende Speichermasse und Nachtlüftung sind wirksamer als jede nachträgliche Kühlung.

Bei Ausbau oder Sanierung ist zu prüfen, ob das Gebäude unter Denkmalschutz steht oder in einer Schutzzone liegt. Mansarddächer sind ortsbildprägend, weshalb Gauben, Dachflächenfenster und Eindeckung häufig Auflagen unterliegen. Hinzu kommen statische Fragen, der Brandschutz und – bei einem zusätzlichen Geschoß – möglicherweise eine höhere Gebäudeklasse mit strengeren Anforderungen. Für Käufer empfiehlt sich, den Zustand der Dachkonstruktion, das Alter der Eindeckung und die Qualität der Dämmung fachlich prüfen zu lassen.

Eine anstehende Dachsanierung ist ein erheblicher Kostenblock, der bei Wohnungseigentum die gesamte Gemeinschaft trifft. Aufschluss geben Protokolle der Eigentümerversammlungen und der Stand der Erhaltungsrücklage. Am Markt sind gut ausgebaute Mansardenwohnungen in guten Lagen gefragt und erzielen Aufschläge, weil sie eine Wohnqualität bieten, die in Regelgeschoßen so nicht entsteht. Unsanierte Dachräume werden dagegen häufig als Ausbaureserve gehandelt – dort ist die baurechtliche Zulässigkeit des Ausbaus der entscheidende Wertfaktor.

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