Beim Holzbau bestehen die tragenden Bauteile aus Holz. Die Bauteile entstehen vorgefertigt in der Halle, was die Bauzeit verkürzt, und wiegen wenig, was Aufstockungen erleichtert. Sorgfalt braucht es beim Schutz vor Feuchtigkeit sowie beim Schall- und sommerlichen Wärmeschutz, weil leichte Holzkonstruktionen weniger Masse haben als Massivbauten.
Ausführlich erklärt
Holzbau bezeichnet Konstruktionen, deren tragende Bauteile aus Holz bestehen. Er hat in Österreich – einem Land mit hohem Waldanteil und starker Holzwirtschaft – erhebliche Bedeutung und wächst seit Jahren, auch im mehrgeschoßigen Wohnbau. Unterschieden werden mehrere Bauweisen. Der Holzrahmenbau arbeitet mit einem Ständerwerk, das mit Dämmung gefüllt und beidseitig beplankt wird; er ist die verbreitetste Form im Einfamilienhausbau und Grundlage vieler Fertigteilhäuser.
Der Massivholzbau verwendet flächige Bauteile aus verklebten oder verdübelten Brettlagen, die als tragende Wand- und Deckenelemente dienen; er bringt mehr Masse und damit besseren Schall- und sommerlichen Wärmeschutz. Hybride Konstruktionen kombinieren Holz mit Beton, etwa als Holz-Beton-Verbunddecke, und verbinden Vorteile beider Bauarten. Zu den Stärken zählt zunächst die Vorfertigung: Wand- und Deckenelemente werden witterungsunabhängig in der Halle produziert und auf der Baustelle montiert. Das verkürzt die Bauzeit erheblich und reduziert die Zwischenfinanzierungskosten.
Zweitens die geringe Baufeuchte – anders als bei Estrich und Putz entfallen lange Trocknungszeiten. Drittens das geringe Eigengewicht, was bei Aufstockungen im Bestand entscheidend sein kann, weil vorhandene Konstruktionen die zusätzliche Last häufig nur in Leichtbauweise tragen. Und viertens die Ökobilanz: Holz bindet Kohlenstoff, und die Herstellung ist deutlich weniger energieintensiv als jene mineralischer Baustoffe. Dem stehen Anforderungen gegenüber, die zu beachten sind.
Beim Brandschutz gelten für mehrgeschoßige Holzbauten besondere Vorgaben; die Bauordnungen haben sich hier in den vergangenen Jahren geöffnet, verlangen aber je nach Gebäudeklasse Kapselung, Sprinklerung oder besondere Konstruktionsdetails. Holz brennt zwar, verhält sich aber im Brandfall berechenbar, weil die verkohlte Schicht den Kern schützt. Beim Schall- und beim sommerlichen Wärmeschutz ist die geringere Masse der Nachteil des Leichtbaus. Beides lässt sich durch Aufbauten, Beschwerung und Massivholzelemente ausgleichen, muss aber geplant werden – nachträglich ist es kaum zu korrigieren.
Der kritischste Punkt ist der Feuchteschutz. Holz verträgt Feuchtigkeit, solange es abtrocknen kann; dauerhafte Durchfeuchtung führt zu Schäden. Erforderlich sind daher sorgfältige Detailplanung an Anschlüssen und Durchdringungen, eine funktionierende Dampfbremse und ein konstruktiver Witterungsschutz. Ausführungsfehler wirken hier stärker als im Massivbau.
Für die Bewertung gilt: Moderne Holzbauten stehen massiv errichteten Gebäuden in Qualität und Lebensdauer nicht nach; Banken und Sachverständige behandeln sie grundsätzlich gleich. Entscheidend sind Ausführungsqualität, Dämmstandard und Zustand, nicht die Bauart als solche. Für Bauherren empfiehlt sich, die Entscheidung an den eigenen Prioritäten auszurichten: Wer kurze Bauzeit, geringes Gewicht bei schwierigem Baugrund oder eine günstige Ökobilanz priorisiert, findet im Holzbau Vorteile; wer Wert auf Speichermasse für den sommerlichen Wärmeschutz und auf Schallschutz legt, im Massivbau. Beide Wege führen bei sorgfältiger Ausführung zu langlebigen Gebäuden.