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Bungalow

ca. 2 Min. Lesezeit Stand: 03.09.2026 Immobilien-Glossar Österreich
Kurz erklärt

Ein Bungalow ist ein Wohnhaus mit nur einem Geschoß: alle Räume liegen auf einer Ebene, Treppen gibt es keine. Das macht ihn für alle Lebensphasen nutzbar. Dafür braucht er ein größeres Grundstück als ein zweigeschoßiges Haus, und Bodenplatte wie Dachfläche fallen im Verhältnis zur Wohnfläche groß aus.

Ausführlich erklärt

Als Bungalow bezeichnet man ein eingeschoßiges Wohnhaus, bei dem sich alle Wohnräume auf einer Ebene befinden. Der Begriff stammt aus dem Indischen und gelangte über die britische Kolonialarchitektur nach Europa. In Österreich verbreitete sich die Bauform ab den 1960er-Jahren und erlebt seit einigen Jahren eine Renaissance, weil Barrierefreiheit und altersgerechtes Wohnen an Bedeutung gewinnen. Der wichtigste Vorteil ergibt sich unmittelbar aus der Bauform: Es gibt keine Treppen.

Das Haus ist damit ohne Zusatzmaßnahmen für alle Lebensphasen nutzbar – für Familien mit kleinen Kindern ebenso wie für ältere Menschen oder Personen mit eingeschränkter Mobilität. Weitere Stärken sind kurze Wege, flexible Grundrisse ohne tragende Zwänge aus einem darüberliegenden Geschoß, eine gute Verbindung aller Räume zum Garten sowie ein einfacher Bauablauf ohne Gerüst über mehrere Ebenen. Dem stehen deutliche Nachteile gegenüber. Der Bungalow benötigt für dieselbe Wohnfläche ein wesentlich größeres Grundstück als ein zweigeschoßiges Haus, weil sich alles auf einer Ebene ausbreitet.

Bei den heutigen Grundstückspreisen ist das der maßgebliche Kostenfaktor. Hinzu kommt ein ungünstiges Verhältnis von Gebäudehülle zu Wohnfläche: Fundamentplatte und Dachfläche sind bezogen auf die Wohnfläche etwa doppelt so groß wie bei einem zweigeschoßigen Haus, was sowohl die Baukosten als auch den Heizwärmebedarf erhöht. Ein moderner Bungalow gleicht das durch hohe Dämmstandards und effiziente Haustechnik aus, was aber wiederum Investitionen erfordert. Auch die zulässige Bebauungsdichte und der vorgeschriebene Grünflächenanteil können der Ausdehnung Grenzen setzen.

Bautechnisch dominieren Flachdächer und flach geneigte Pultdächer, teils auch Walmdächer. Flachdächer verlangen sorgfältige Abdichtung, regelmäßige Kontrolle der Abläufe und eine durchdachte Detailausbildung an Anschlüssen. Eine Dachbegrünung verbessert Bauphysik und Regenwasserrückhalt und wird von manchen Gemeinden gefördert oder vorgeschrieben. Da die gesamte Wohnfläche unmittelbar auf dem Erdreich liegt, sind Feuchtigkeitsschutz und die Ausführung der Bodenplatte besonders wichtig.

Beim Kauf eines bestehenden Bungalows – häufig aus den Sechziger- bis Achtzigerjahren – sind einige Punkte kritisch: Zustand und Aufbau des Flachdachs, Wärmedämmung, Fenster, mögliche Wärmebrücken an der Attika, Feuchtigkeit im Bodenaufbau, Heizsystem und Schadstoffe wie Asbestzementplatten oder künstliche Mineralfasern. Solche Objekte bieten oft große Grundstücke in gewachsenen Lagen und damit erhebliches Potenzial, verlangen aber meist eine umfassende Sanierung. Am Markt ist der Bungalow eine gefragte Nische, insbesondere bei Käufern, die langfristig planen. Der Interessentenkreis ist kleiner als bei klassischen Einfamilienhäusern, die Zahlungsbereitschaft in guten Lagen dafür stabil.

Beim Neubau lohnt eine ehrliche Gegenüberstellung: Für dieselbe Wohnfläche fallen Grundstücksbedarf, Bodenplatte und Dachfläche deutlich höher aus als bei einem zweigeschoßigen Haus. In Regionen mit hohen Grundstückspreisen ist der Bungalow daher die teurere Variante, in Regionen mit günstigem Bauland kann sich die Rechnung umkehren.

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