Energie

Wärmepumpe

ca. 2 Min. Lesezeit Stand: 03.09.2026 Immobilien-Glossar Österreich
Kurz erklärt

Eine Wärmepumpe holt Wärme aus Luft, Erdreich oder Grundwasser und hebt sie mit Strom auf Heiztemperatur. Erdreich und Grundwasser arbeiten effizienter, brauchen aber Bohrungen, Fläche und behördliche Bewilligungen. Entscheidend ist eine niedrige Vorlauftemperatur: Flächenheizungen passen ideal, klassische Heizkörper verschlechtern die Leistung. Vorab empfiehlt sich eine Heizlastberechnung.

Ausführlich erklärt

Eine Wärmepumpe entzieht der Umwelt Wärme auf niedrigem Temperaturniveau und hebt sie mit einem elektrisch betriebenen Kältekreislauf auf ein zum Heizen nutzbares Niveau. Je nach Wärmequelle unterscheidet man mehrere Bauarten, die sich in Effizienz, Kosten und Genehmigungsaufwand deutlich unterscheiden. Die Luft-Wasser-Wärmepumpe nutzt die Außenluft und gibt die Wärme an ein wasserführendes Heizsystem ab. Sie ist die verbreitetste Bauart, weil sie ohne Bohrung oder Grundwassernutzung auskommt und die geringsten Errichtungskosten verursacht.

Nachteilig ist, dass ihre Leistungszahl gerade dann sinkt, wenn der Wärmebedarf am höchsten ist – bei tiefen Außentemperaturen. Hinzu kommen Betriebsgeräusche des Außengeräts, die nachbarrechtlich relevant werden können. Die Luft-Luft-Wärmepumpe gibt die Wärme direkt an die Raumluft ab und kommt ohne wasserführendes System aus. Sie ist vor allem bei sehr geringem Heizbedarf und in Objekten ohne Rohrleitungssystem interessant und kann im Sommer kühlen.

Die Sole-Wasser-Wärmepumpe nutzt das Erdreich, entweder über Tiefensonden oder über flächige Kollektoren im oberflächennahen Bereich. Das Erdreich hat über das Jahr ein weitgehend konstantes Temperaturniveau, weshalb die Effizienz deutlich höher und stabiler ist als bei Luftsystemen. Dem stehen höhere Errichtungskosten gegenüber: Tiefensonden erfordern Bohrungen, Flächenkollektoren eine ausreichend große, unbebaute und unversiegelte Fläche. Die Wasser-Wasser-Wärmepumpe nutzt Grundwasser und erreicht die höchsten Leistungszahlen, weil dessen Temperatur ganzjährig nahezu konstant ist.

Erforderlich sind ein Förder- und ein Schluckbrunnen sowie ausreichende Wasserqualität und Ergiebigkeit. Bei Erdreich- und Grundwassersystemen sind Genehmigungen einzuholen. Bohrungen und die Nutzung von Grundwasser unterliegen dem Wasserrecht; zuständig ist die Bezirksverwaltungsbehörde. In Wasserschutz- und Schongebieten bestehen Einschränkungen.

Diese Verfahren brauchen Vorlaufzeit und sollten früh eingeleitet werden. Für alle Bauarten gilt: Entscheidend für die Effizienz ist die Vorlauftemperatur des Heizsystems. Flächenheizungen mit niedrigen Vorlauftemperaturen sind ideal; klassische Radiatoren verschlechtern die Leistungszahl. Im Bestand lässt sich das durch größer dimensionierte Heizkörper, hydraulischen Abgleich und eine verbesserte Gebäudehülle abfedern.

Vor der Entscheidung empfiehlt sich eine Heizlastberechnung statt einer Auslegung nach Faustregeln. Sie beantwortet, welche Leistung erforderlich ist, ob die vorhandenen Heizflächen genügen und mit welcher Vorlauftemperatur zu rechnen ist. Förderungen von Bund, Ländern und teils Gemeinden bestehen insbesondere für den Ersatz fossiler Heizsysteme; sie sind vor Beginn der Arbeiten zu beantragen. Eine Kombination mit Photovoltaik verbessert die Rechnung, wobei der Ertrag im Winter am geringsten ausfällt.

Im Wohnungseigentum ist zusätzlich zu klären, ob die Aufstellung eines Außengeräts oder die Errichtung von Sonden zulässig ist. Betroffen sind allgemeine Teile der Liegenschaft, weshalb ein Beschluss der Eigentümergemeinschaft erforderlich sein kann. Bei Sonden kommt die wasserrechtliche Bewilligung hinzu, ebenso die Frage, ob auf der Liegenschaft ausreichend Fläche zur Verfügung steht.

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