News 17.09.2026 4 min Lesezeit

Postsportquartier Hernals: Beteiligung startet im Oktober

Für das Postsportareal beginnt die frühe Bürgerbeteiligung. Sportflächen sollen bleiben, Wohnbau auf versiegelten Bereichen entstehen – viele Projektdetails sind noch offen.

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Österreich.Immobilien Redaktion Redaktion · Oesterreich.Immobilien
Postsportquartier Hernals: Beteiligung startet im Oktober Dieses Symbolfoto ist unter Einsatz künstlicher Intelligenz entstanden.

Für das Postsportareal in Wien-Hernals hat ein städtebaulicher Leitbildprozess begonnen. Die Stadt Wien und die Österreichische Post AG stellten am 16. September 2026 erstmals konkrete Eckpunkte vor. Sportflächen sollen im bisherigen Umfang erhalten bleiben, während auf bereits versiegelten oder bebauten Randflächen geförderter und frei finanzierter Wohnraum möglich werden soll. Am 6. Oktober können Anrainerinnen, Anrainer und Interessierte ihre Hinweise bei einem Dialogtag einbringen.

Dialogtag am 6. Oktober in Hernals

Die Informationsveranstaltung findet am Dienstag, 6. Oktober 2026, von 15:00 bis 18:30 Uhr in der Postakademie an der Ecke Schumanngasse und Rosensteingasse im 17. Bezirk statt. Vorgestellt werden der aktuelle Planungsstand und die bisherigen Entwicklungsideen. Die dort gezeigte Freiluft-Ausstellung soll anschließend am Areal bleiben und weiterhin zugänglich sein.

Eine Anmeldung oder Teilnahmegebühr wird in der offiziellen Ankündigung nicht genannt. Wenn Sie den Termin wahrnehmen möchten, empfiehlt sich kurz davor ein erneuter Blick auf die Seite der Stadt Wien, weil sich organisatorische Hinweise ändern können. Der Dialogtag richtet sich ausdrücklich an Anrainerinnen und Anrainer, Sportlerinnen und Sportler sowie weitere Interessierte.

Was bereits feststeht

Das Areal umfasst rund 15 Hektar. Nach Angaben der Stadt werden derzeit etwa 42 Prozent als Sportanlagen, 28 Prozent als Grün- und Freiräume sowie 30 Prozent als versiegelte oder bebaute Flächen genutzt. Die Sportflächen sollen durch die Entwicklung nicht verkleinert werden. Geplant sind die Modernisierung bestehender Anlagen, eine neue Mehrzweckhalle sowie erneuerte Umkleiden, Vereinsräume und Lagerflächen.

Der gemeinnützige Breiten-, Schul- und Vereinssport soll weiterhin eine zentrale Funktion haben. Genannt werden unter anderem Fußball, Tennis, Handball, Basketball, Volleyball, Beachvolleyball, Landhockey und Minigolf. Auch die Energieversorgung der Sportanlagen soll künftig nachhaltiger und kosteneffizienter werden. Konkrete technische Lösungen oder ein Investitionsplan wurden noch nicht veröffentlicht.

Wohnbau konzentriert sich auf versiegelte Flächen

Neuer Wohnraum soll hauptsächlich auf heutigen Parkplätzen und bei Bestandsgebäuden mit erheblichem Sanierungsbedarf entstehen. Zwei Drittel der neu gewidmeten Wohnungen sollen gefördert, ein Drittel frei finanziert errichtet werden. Zusätzlich sind Unterkunftsmöglichkeiten für Sportlerinnen und Sportler bei Turnieren oder Veranstaltungen vorgesehen.

Wie viele Wohnungen tatsächlich entstehen könnten, welche Bauhöhen und Wohnungstypen vorgesehen werden und wann ein Bau beginnen kann, ist derzeit offen. Die offizielle Mitteilung nennt bewusst nur Potenziale und Leitplanken. Ein Leitbildprozess legt den städtebaulichen Rahmen fest; er ersetzt weder Flächenwidmung noch Genehmigungen und konkrete Bauprojekte. Für eine realistische Einordnung sollten Sie deshalb zwischen dem politischen Planungsziel und später rechtsverbindlichen Entscheidungen unterscheiden.

Mehr Grün und neue Wege durch das Quartier

Durch Entsiegelung sollen rund 6.000 Quadratmeter zusätzliche Grün- und Freiräume entstehen. Das heute in weiten Teilen abgeschlossene Gelände soll mit öffentlichen Wegen stärker an das Grätzl angebunden werden. Vorgesehen sind außerdem Sitzgelegenheiten und Aufenthaltsbereiche. Die Idee dahinter: Das Areal soll nicht nur von Vereinsmitgliedern oder Nutzenden der Sportanlagen betreten werden können, sondern eine bessere Verbindung im Stadtteil schaffen.

Im weiteren Prozess sollen auch Auswirkungen auf das lokale Stadtklima untersucht werden. Das Ergebnis soll in das Leitbild und in nachfolgende Planungen einfließen. Gerade bei zusätzlicher Bebauung sind Fragen zu Entsiegelung, Baumbestand, Verschattung, Durchlüftung, Regenwasserrückhalt und Lärm wesentlich. Die bislang genannten 6.000 Quadratmeter sind ein Planungsziel; Lage, Gestaltung und ökologische Qualität dieser Flächen müssen noch konkretisiert werden.

Nahversorgung und soziale Infrastruktur sind noch Optionen

Neben Sport und Wohnen nennt die Stadt mögliche Angebote für den täglichen Bedarf. Dazu könnten ein Supermarkt, ein Kindergarten, Gastronomie oder eine Gesundheitseinrichtung gehören. Diese Nutzungen sind derzeit nicht als fix bestellte Betriebe zu verstehen. Sie zeigen, welche Funktionen im Leitbild geprüft werden können, damit aus dem Areal ein gemischtes Quartier statt einer reinen Wohn- oder Sportinsel wird.

Wenn Sie in der Umgebung wohnen, können gerade diese offenen Punkte für Ihre Rückmeldung wichtig sein. Welche Wege fehlen heute? Wo entstehen Konflikte zwischen Sportbetrieb, Wohnen und Ruhe? Welche Bereiche sollten öffentlich zugänglich werden, und wo braucht es Schutz für bestehende Nutzungen? Auch Barrierefreiheit, sichere Schulwege, Lieferverkehr und die Erreichbarkeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln sind sinnvolle Fragen für einen frühen Planungsdialog.

So nutzen Sie die Beteiligung sinnvoll

Bereiten Sie möglichst konkrete Hinweise vor und beziehen Sie sich auf Orte, Tageszeiten oder wiederkehrende Situationen. Eine genaue Beobachtung lässt sich im Planungsprozess leichter prüfen als eine allgemeine Zustimmung oder Ablehnung. Hilfreich kann auch sein, zwischen kurzfristigen Problemen des bestehenden Areals und Anforderungen an das künftige Quartier zu unterscheiden.

Die Grundlinien sind nach Darstellung der Stadt bereits gesetzt: Der Sport bleibt, die Entwicklung konzentriert sich auf versiegelte Randbereiche und das Gebiet soll offener, klimafitter und generationenübergreifend nutzbar werden. Innerhalb dieses Rahmens beginnt nun die Beteiligung. Wer betroffen ist, erhält damit frühzeitig eine Gelegenheit, Fragen und Anregungen einzubringen – lange bevor Wohnungszahl, Baukörper und Zeitplan endgültig feststehen.


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