News 07.11.2026 4 min Lesezeit

Wohnungsfertigstellungen 2025 fallen auf neuen Tiefstand

Österreich stellte 2025 deutlich weniger Wohnungen fertig. Besonders der Neubau fiel auf den niedrigsten Stand seit Beginn der Zeitreihe 2011. Wir erklären die Unterschiede zwischen Neubau und Umbau, regionale Kennzahlen und die Grenzen der vorläufigen Statistik.

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Österreich.Immobilien Redaktion Redaktion · Oesterreich.Immobilien
Wohnungsfertigstellungen 2025 fallen auf neuen Tiefstand

In Österreich wurden 2025 nach vorläufigen Ergebnissen 48.597 Wohnungen fertiggestellt. Das sind 12,3 Prozent weniger als 2024, und Statistik Austria spricht vom zweiten starken Rückgang in Folge. Er geht vor allem auf Wohnungen in neuen Gebäuden zurück. Ihre Zahl sank um 20 Prozent auf 34.217, den tiefsten Stand seit Beginn der Zeitreihe 2011. Veröffentlicht hat Statistik Austria die Zahlen am 6. November 2026. Laut der Behörde folgen die Fertigstellungen damit zeitversetzt dem Trend bei den Baubewilligungen.

Neubau und Umbau getrennt lesen

In der Gesamtzahl stecken zwei Gruppen. 34.217 Wohnungen entstanden in neuen Gebäuden, weitere 14.380 durch An-, Auf- und Umbauten an bestehenden Gebäuden. Wie viel neu gebaut wurde, zeigt die kleinere Zahl. Zum gesamten Zugang an Wohnungen rechnet Statistik Austria beide Gruppen.

Von den Wohnungen in neuen Gebäuden lagen 10.055 in Wohngebäuden mit einer oder zwei Wohnungen und 23.898 in Wohngebäuden mit drei oder mehr Wohnungen. 264 entfielen auf Nicht-Wohngebäude, Gebäude für Gemeinschaften eingeschlossen. Knapp 70 Prozent der neu gebauten Wohnungen befanden sich demnach in Häusern mit mindestens drei Wohnungen. Als Wohnung zählt Statistik Austria auch ein Einfamilienhaus.

Weniger als im bisherigen Tiefjahr 2011

2011 waren 36.578 Wohnungen in neuen Gebäuden fertiggestellt worden. 2025 lag der Wert um 2.361 Wohnungen darunter. Die gesamten Fertigstellungen sanken von 55.442 im Jahr 2024 auf 48.597.

Statistik Austria verweist auf die Baubewilligungen, die seit 2021 von Jahr zu Jahr weniger geworden sind. 2022 betrug das Minus 17,1 Prozent, 2023 sogar 30,4 Prozent. 2024 schwächte sich der Rückgang auf 8,4 Prozent ab, das Niveau blieb aber unter dem der Vorjahre. 2025 gab es noch einmal 7,1 Prozent weniger Bewilligungen. Manuela Lenk, fachstatistische Generaldirektorin von Statistik Austria, rechnet deshalb auch in den kommenden Jahren mit sinkenden Fertigstellungen. Diese Einschätzung bezieht sich auf ganz Österreich.

Wien vorn bei der Zahl, Tirol bei der Rate

Die meisten Wohnungen wurden mit 11.081 in Wien fertiggestellt, An-, Auf- und Umbauten mitgezählt. Das ist laut Statistik Austria fast jede vierte neue Wohnung in Österreich. Oberösterreich folgte mit 9.102, Niederösterreich mit 7.753. Diese drei Bundesländer kamen zusammen auf mehr als die Hälfte aller Fertigstellungen. Am wenigsten waren es im Burgenland mit 1.971 und in Kärnten mit 2.458 Wohnungen.

Wie viel im Verhältnis zur Bevölkerung gebaut wurde, zeigt die Fertigstellungsrate, also die fertiggestellten Wohnungen je 1.000 Einwohnerinnen und Einwohner. Hier lag Tirol mit 6,6 vorn, knapp dahinter das Burgenland mit 6,5. Vorarlberg kam auf 6,1 und Oberösterreich auf 5,9. Für ganz Österreich waren es 5,3. Am niedrigsten war die Rate in Kärnten und der Steiermark mit je 4,3, auch Niederösterreich lag mit 4,5 unter dem Schnitt.

Bei der Größe gingen die Werte weit auseinander. Im Österreichschnitt hatte eine 2025 fertiggestellte Wohnung 111,1 Quadratmeter Nutzfläche und 5,2 Wohnräume. In Niederösterreich waren es durchschnittlich 133,6 Quadratmeter und 6,6 Wohnräume, in Wien 79,5 Quadratmeter und 3,0 Wohnräume. Das sind Durchschnittswerte über alle fertiggestellten Wohnungen eines Bundeslandes.

Was die Zahlen für die Wohnungssuche bedeuten

Weniger Fertigstellungen bedeuten zunächst, dass weniger neue Wohnungen dazukommen. Die Veröffentlichung enthält Zahlen zu fertiggestellten Wohnungen, ihrer Größe und ihrer Verteilung auf die Bundesländer. Angaben zu Leerstand, Mieten oder Kaufpreisen stehen nicht darin. Wenn Sie eine Wohnung suchen, taugen die Bundesländerwerte deshalb nur als Marktkontext. Für Ihre Suche zählen das Angebot vor Ort, der tatsächliche Fertigstellungstermin eines Projekts und die Vergabebedingungen.

Vorläufige Daten und ein Bruch in der Zeitreihe

Die Ergebnisse für 2023 bis 2025 sind vorläufig. Sie stammen aus der Baumaßnahmenstatistik, die auf dem Gebäude- und Wohnungsregister beruht. Der Datenabzug erfolgte im September 2026. Weil Meldungen verspätet kommen oder ausfallen können, ergänzt Statistik Austria die Registerdaten um Schätzungen für erwartete Nachmeldungen. Die Zahlen werden deshalb regelmäßig revidiert, im Normalfall mit der Veröffentlichung des vierten Quartals beziehungsweise des Jahresabschlusses. Auch die Jahre 2011 bis 2022 sind bearbeitet: Um Lücken in den Fertigstellungsmeldungen auszugleichen, hat Statistik Austria offene Bauvorhaben mit mindestens einem Hauptwohnsitz zu den fertiggestellten Wohnungen gezählt.

Bei Wien kommt ein methodischer Punkt dazu. Ergebnisse zu An-, Auf- und Umbauten sind dort erst ab 2024 verfügbar, und die Meldungen erfolgen möglicherweise noch nicht in vollem Umfang. Daraus ergibt sich ein Zeitreihenbruch bei der Gesamtzahl. Über die Jahre vergleichbar sind laut Statistik Austria deshalb nur die Wohnungen in neuen Gebäuden. Vergleichen Sie die Gesamtzahl mit Jahren vor 2024, sollten Sie das berücksichtigen.

Wollen Sie wissen, was die Entwicklung für Ihre Region bedeutet, sehen Sie sich am besten regionale Fertigstellungen, laufende Projekte, tatsächliche Vergaben und den Stand einzelner Bauvorhaben getrennt an.


Quellennachweis:

Statistik Austria – Pressemitteilung: Wohnungsbau in Österreich 2025 auf Tiefststand


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