News 16.09.2026 4 min Lesezeit

Baukosten im Wohnbau liegen im August 5,3 Prozent über Vorjahr

Der österreichische Baukostenindex zeigt für den Wohnhaus- und Siedlungsbau im August 2026 ein deutliches Plus zum Vorjahr, aber nur wenig Bewegung gegenüber Juli. Wir erklären, was die amtlichen Werte für Ihre Planung aussagen – und was nicht.

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Österreich.Immobilien Redaktion Redaktion · Oesterreich.Immobilien
Baukosten im Wohnbau liegen im August 5,3 Prozent über Vorjahr Dieses Symbolfoto ist unter Einsatz künstlicher Intelligenz entstanden.

Die Kosten für den Wohnhaus- und Siedlungsbau in Österreich lagen im August 2026 deutlich über dem Vorjahresniveau. Nach vorläufigen Daten von Statistik Austria erreichte der entsprechende Baukostenindex 105,6 Punkte auf Basis des Jahres 2025. Gegenüber August 2025 entspricht das einem Plus von 5,3 Prozent. Im Vergleich zum Juli 2026 war die Veränderung mit 0,1 Prozent allerdings gering. Für Sie als Bauherrin, Bauherr oder sanierungswillige Eigentümerin beziehungsweise Eigentümer ist deshalb vor allem die Unterscheidung zwischen kurzfristiger Monatsbewegung und längerfristigem Kostenniveau wichtig.

Wohnbaukosten steigen im Jahresvergleich um 5,3 Prozent

Statistik Austria hat die Augustwerte am 15. September 2026 veröffentlicht. Der Index für den Wohnhaus- und Siedlungsbau stieg von 105,5 Punkten im Juli auf 105,6 Punkte im August. Der kleine Monatsanstieg zeigt, dass sich die Kosten zuletzt nur wenig verändert haben. Im Jahresvergleich fällt der Abstand dennoch klar aus: Im August 2026 lagen die von Bauunternehmen zu tragenden Kosten um 5,3 Prozent höher als im August 2025.

Auch die Tiefbausparten verzeichneten höhere Werte. Der Straßenbau erreichte 108,5 Punkte und lag damit 8,2 Prozent über dem Vorjahresmonat. Beim Brückenbau weist Statistik Austria 106,9 Punkte und ein Jahresplus von 6,6 Prozent aus. Der Siedlungswasserbau kam auf 107,5 Punkte, was einer Zunahme um 7,1 Prozent gegenüber August 2025 entspricht. Im Vergleich zum Juli stiegen die Werte in diesen drei Sparten um 0,2, 0,4 beziehungsweise 0,5 Prozent.

Was der Baukostenindex tatsächlich misst

Der Baukostenindex bildet nicht den endgültigen Preis ab, den Sie für ein Haus, eine Wohnung oder eine einzelne Sanierungsleistung bezahlen. Er beobachtet vielmehr die Kosten, die Bauunternehmen bei der Ausführung von Bauleistungen entstehen. Dazu zählen nach der Definition von Statistik Austria unter anderem Material, Energie, Transport, Löhne und der Einsatz von Maschinen. Damit beschreibt der Index die Entwicklung wichtiger Produktionsfaktoren im Bauprozess.

Davon zu unterscheiden ist der Baupreisindex. Dieser erfasst die tatsächlichen Preise von Bauleistungen, die Unternehmen in Österreich erbringen und die Bauherrinnen und Bauherren im Inland beziehen. In diese Preise können neben den Produktionskosten auch Produktivität, Wettbewerb und Gewinnspannen der Unternehmen einfließen. Ein Anstieg des Baukostenindex um 5,3 Prozent bedeutet daher nicht automatisch, dass jedes konkrete Wohnbauangebot im selben Ausmaß teurer wird.

Seit Jänner 2026 veröffentlicht Statistik Austria den Baukostenindex mit dem Basisjahr 2025. Der Jahresdurchschnitt 2025 ist dabei auf 100 normiert. Ein Indexstand von 105,6 zeigt folglich, dass das beobachtete Kostenniveau im Wohnhaus- und Siedlungsbau über diesem Basiswert liegt. Für längerfristige Vergleiche stellt die Statistikbehörde verkettete Reihen und Detailtabellen zur Verfügung.

Was die Zahlen für Bau- und Sanierungsprojekte bedeuten

Für ein laufendes oder geplantes Projekt liefern die Indexwerte einen sachlichen Marktindikator, ersetzen aber keine aktuelle Kalkulation. Wenn Sie ein Angebot aus dem Vorjahr mit einer neuen Offerte vergleichen, kann die allgemeine Kostenentwicklung einen Teil der Differenz erklären. Entscheidend bleiben jedoch Leistungsumfang, Region, Bauweise, Materialwahl, Ausführungszeitpunkt und die konkrete Auslastung der beteiligten Betriebe.

Bei größeren Projekten sollten Sie daher Angebote nicht nur über eine Endsumme vergleichen. Prüfen Sie, ob Mengen, Materialqualitäten, Nebenleistungen und zeitliche Annahmen identisch sind. Lassen Sie sich außerdem erläutern, welche Positionen fix angeboten werden und an welchen Stellen eine Preisgleitung vorgesehen ist. Der Baukostenindex kann bei vertraglichen Wertsicherungsfragen eine Rolle spielen, doch welche Reihe und welcher Stichtag anzuwenden sind, hängt vom jeweiligen Vertrag ab. Bei Unsicherheit empfiehlt sich eine fachliche oder rechtliche Prüfung vor der Unterzeichnung.

Für Sanierungen gilt dasselbe Prinzip. Ein österreichweiter Monatsindex kann nicht vorhersagen, wie sich eine einzelne Fenstersanierung, Dämmmaßnahme oder Heizungsumstellung preislich entwickelt. Er hilft Ihnen aber, die allgemeine Kostenlage einzuordnen und eine ältere Budgetplanung auf Aktualität zu kontrollieren. Reserven für unvorhergesehene Arbeiten sind bei Bestandsgebäuden unabhängig vom Index sinnvoll, weil erst während der Ausführung zusätzliche Schäden oder technische Anforderungen sichtbar werden können.

Vorläufige Werte und nächste Revision beachten

Die Augustdaten sind vorläufig. Statistik Austria veröffentlicht erste Ergebnisse 15 Tage nach Ende des Berichtsmonats und endgültige Werte nach 75 Tagen. Bis dahin können Werte revidiert werden. Für eine tagesaktuelle Projektentscheidung sollten Sie deshalb die Originalseite von Statistik Austria und die dort bereitgestellten Detailreihen heranziehen.

Die wichtigste Einordnung lautet: Der Abstand zum Vorjahr bleibt im Wohnbau deutlich, während die Bewegung von Juli auf August nur leicht war. Für Sie ist das kein Signal, ein Projekt allein wegen eines einzelnen Monatswerts zu beschleunigen oder zu verschieben. Sinnvoller ist es, aktuelle Angebote einzuholen, Vertragsklauseln nachvollziehbar zu machen und Finanzierung sowie Baureserve auf die konkreten Projektkosten abzustimmen.


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