News 24.10.2026 4 min Lesezeit

Hochwasserschutz am Haßbach: Bauphase zwei läuft

Am Haßbach bei Warth läuft der zweite Bauabschnitt eines 15,9-Millionen-Euro-Projekts. Drei Rückhaltebecken sollen bis 2030 rund 240 Liegenschaften und wichtige Infrastruktur besser schützen. Was der neue Projektstand für Eigentümer bedeutet – und warum ein Restrisiko bleibt.

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Österreich.Immobilien Redaktion Redaktion · Oesterreich.Immobilien
Hochwasserschutz am Haßbach: Bauphase zwei läuft

Im Haßbachtal bei Warth wird der Hochwasserschutz Stück für Stück ausgebaut. Am 23. Oktober 2026 hat das Land Niederösterreich den aktuellen Stand gemeldet: Der erste Bauabschnitt ist fertig, am zweiten wird gearbeitet. Bis 2030 sollen Rückhaltebecken und weitere Schutzbauten entstehen. Das Gesamtprojekt kostet nach derzeitigem Stand 15,9 Millionen Euro. Es soll rund 240 Liegenschaften, Straßen und wichtige Infrastruktur besser vor Überflutungen schützen.

Was am Haßbach gerade gebaut wird

Das Schutzgebiet umfasst laut Bundesministerium Haßbach, Kirchau und Warth, das Projekt reicht vom Haßbachtal bis in den Laaergraben. Kernstück sind Rückhaltebecken, die zusammen mehr als 400.000 Kubikmeter Wasser fassen sollen. Dazu kommen Konsolidierungsmaßnahmen und lineare Schutzmaßnahmen entlang der Gewässer.

Der erste Bauabschnitt ist laut Land Niederösterreich bereits abgeschlossen. Im zweiten wird derzeit am Mantelgraben und am Haßbach im Ortsgebiet gearbeitet, fertig sein soll er 2028. Danach folgt von 2028 bis 2030 der dritte Abschnitt, der unter anderem Kirchau und weitere lineare Maßnahmen am Haßbach betrifft.

Auch die Gemeinde Warth hat 2026 laufend über das Projekt berichtet, etwa über das wasserrechtliche Verfahren, die Vorbereitungen auf der Baustelle und den Baustart im Ponholzgraben.

Warum das Projekt für Eigentümer wichtig ist

Für Eigentümerinnen und Eigentümer geht es beim Hochwasserschutz um ihr Haus und ihren Grund. Er kann Gebäude und Zufahrten sicherer machen, beeinflussen, wie sich ein Grundstück nutzen lässt, und bei Bauvorhaben eine Rolle spielen. Nach Angaben des Landes sollen im Haßbachtal rund 240 Liegenschaften, etwa fünf Kilometer Straßen und weitere Infrastruktur geschützt werden.

Das Land spricht dabei von einem Ziel, nicht von einer Garantie. Rückhaltebecken und andere Schutzbauten senken das Risiko, ganz verschwindet es nicht. Bei außergewöhnlich starkem Regen können technische Anlagen an ihre Bemessungsgrenzen kommen. Wie gefährdet eine bestimmte Liegenschaft ist, hängt außerdem von ihrer Lage ab, vom Gelände, von Zuflüssen und davon, wie das Gebäude gebaut ist.

Dass das Tal gefährdet ist, zeigt die Geschichte. In den vergangenen 200 Jahren gab es im Haßbachtal rund 30 größere Hochwasser. Allein 2018 entstanden laut Land an privaten Gebäuden Schäden von rund zwei Millionen Euro, dazu kamen beschädigte Brücken und Straßen.

Drei Bauabschnitte bis 2030

Dass sich der Bau über Jahre zieht, liegt am Umfang und daran, dass die Maßnahmen über das ganze Tal verteilt sind. Rückhaltebecken müssen geplant, bewilligt und in Gelände und Gewässer eingepasst werden, dazu kommen Arbeiten an Straßen und bestehenden Bauwerken. Manche Teile können daher schon wirken, während an anderen noch gebaut wird.

Für Anrainerinnen und Anrainer heißt das, dass der gemeldete Fortschritt noch nicht den fertigen Hochwasserschutz bedeutet. Laut Zeitplan des Landes soll der zweite Bauabschnitt 2028 abgeschlossen sein, der dritte bis 2030. Wie bei jedem mehrjährigen Tiefbauprojekt können Genehmigungen, technische Änderungen oder das Wetter den Zeitplan verschieben.

Kosten und Finanzierung

Das Gesamtprojekt ist mit 15,9 Millionen Euro veranschlagt. Laut den Projektinformationen der Gemeinde zahlt der Bund 60 Prozent, das Land Niederösterreich 15 Prozent. Die restlichen 25 Prozent tragen die Interessenten.

Ob eine einzelne Liegenschaft davon profitiert, lässt sich an der Gesamtsumme allerdings kaum ablesen. Aussagekräftiger ist, wo sie im Gefahrenzonenplan liegt und welcher Teil des Schutzsystems sie betrifft.

Was Sie bei einer Liegenschaft jetzt prüfen sollten

  1. Fragen Sie bei der Gemeinde oder bei der Wildbach- und Lawinenverbauung nach, was der Gefahrenzonenplan für Ihre Adresse ausweist. Laut Faktenblatt des Ministeriums wurde der Gefahrenzonenplan am 3. Juli 2023 genehmigt.
  2. Klären Sie, zu welchem Bauabschnitt Ihr Grundstück gehört und welche Anlagen dort schon fertig sind.
  3. Behalten Sie den eigenen Objektschutz bei, auch wenn alles fertig gebaut ist. Die Gemeinde weist ausdrücklich darauf hin, dass technische Schutzanlagen die private Vorsorge nicht ersetzen. Rückstauklappen, gesicherte Kelleröffnungen, eine sichere Lagerung und ein eigener Notfallplan bleiben sinnvoll.
  4. Lassen Sie sich von Ihrer Versicherung schriftlich bestätigen, welche Naturgefahren gedeckt sind, bis zu welcher Höhe entschädigt wird und welche Schutzpflichten Sie haben.
  5. Heben Sie Pläne, Auskünfte der Behörden, Fotos und Rechnungen für eigene Schutzmaßnahmen geordnet auf.

Für das Haßbachtal ist der Baufortschritt eine gute Nachricht. Eine Garantie gegen Hochwasser ist er nicht. Wer in der Gegend kauft, baut oder schon ein Grundstück hat, sollte den Stand des Projekts immer mit der Lage des eigenen Grundstücks abgleichen.


Quellennachweise (stand Oktober 2026):

Warth: Hochwasserschutz am Haßbach schreitet voran

Hochwasserschutz Haßbach

Hochwasserschutz Haßbach: Faktenblatt

Spatenstich Hochwasserprojekt Haßbachtal/Laaergraben

Hochwasserprojekt Haßbachtal – Bauarbeiten im Laaergraben


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