Einpersonenhaushalte gaben im Schnitt 2.700 Euro im Monat aus. Das geht aus einem neuen Kurzbericht von Statistik Austria hervor, der die Konsumerhebung 2024/25 genauer aufschlüsselt. Und welcher Anteil ging für Wohnen und Energie drauf? Bei alleinlebenden Männern 30,2 Prozent der Verbrauchsausgaben, bei alleinlebenden Frauen 31,5 Prozent. Besonders hoch war der Anteil bei Frauen ab 65 Jahren: 35,3 Prozent ihrer gesamten Verbrauchsausgaben.
Veröffentlicht wurde der Bericht am 1. Oktober 2026, als dritter Kurzbericht zur Konsumerhebung. Er hilft, die Ausgaben verschiedener Haushaltsgruppen einzuordnen. Eine aktuelle Mietpreisstatistik ist er nicht. Er sagt auch nicht, welcher Anteil des Einkommens fürs Wohnen aufgewendet wird. Gemessen wurden Ausgaben von April 2024 bis Mai 2025, und unter „Wohnen und Energie“ fallen mehrere Kostenarten zusammen.
Einpersonenhaushalte geben im Schnitt 2.700 Euro aus
Laut Kurzbericht gab es in Österreich rund 4,2 Millionen Privathaushalte, etwa 1,61 Millionen davon Einpersonenhaushalte. Ihre monatlichen Verbrauchsausgaben lagen bei durchschnittlich 2.700 Euro, über alle Haushaltsgrößen hinweg waren es 4.170 Euro. Weil in den Haushalten unterschiedlich viele Personen leben, sagt dieser direkte Vergleich allerdings nur eingeschränkt etwas aus. Statistik Austria rechnet für Vergleiche zwischen Haushalten deshalb zusätzlich mit sogenannten Äquivalenzausgaben, die Größe und Zusammensetzung berücksichtigen.
Alleinlebende unter 60 Jahren gaben durchschnittlich 2.770 Euro im Monat aus, ab 60 Jahren waren es 2.610 Euro. Erwerbstätige Einpersonenhaushalte kamen im Mittel auf 3.080 Euro, nicht erwerbstätige auf 2.430 Euro. Gemeint ist jeweils der gesamte private Konsum, nicht nur Miete, Betriebskosten oder Energie.
Wohnen und Energie wiegen bei älteren Frauen besonders schwer
Bei alleinlebenden Frauen ab 65 Jahren entfielen 35,3 Prozent der Verbrauchsausgaben auf Wohnen und Energie. Gleichaltrige Männer: 30,4 Prozent. In den jüngeren Altersgruppen lagen die Anteile näher beieinander. Unter 35 Jahren kamen Männer auf 29,8 und Frauen auf 28,5 Prozent, zwischen 35 und 54 Jahren auf 30,2 beziehungsweise 28,6 Prozent, zwischen 55 und 64 Jahren auf 30,3 beziehungsweise 28,0 Prozent.
Daraus folgt nicht automatisch, dass ältere alleinlebende Frauen in Euro deutlich mehr fürs Wohnen ausgeben. Statistik Austria hält fest, dass sich die absoluten Ausgaben für Wohnen und Energie zwischen Frauen und Männern derselben Altersgruppe grundsätzlich wenig unterscheiden. Sind die Gesamtausgaben niedriger, kann dieselbe oder eine ähnliche Summe fürs Wohnen einen größeren Prozentanteil ausmachen.
Das zeigt sich auch bei Einpersonen-Pensionistenhaushalten. Sie gaben im Monat durchschnittlich 2.570 Euro aus, Männer 2.710 Euro, Frauen 2.510 Euro. Wohn- und Energieausgaben lesen Sie deshalb am besten nie losgelöst von den gesamten Ausgaben und der jeweiligen Haushaltsstruktur.
Wohnungsgröße kann einen Teil der Unterschiede erklären
Den größten Unterschied bei den absoluten Wohn- und Energieausgaben weist der Bericht für die 55- bis 64-Jährigen aus. Alleinlebende Männer gaben hier laut Statistik Austria rund zwölf Prozent mehr aus als Frauen. Eine mögliche Erklärung, die der Bericht nennt, ist die unterschiedliche durchschnittliche Wohnungsgröße. Männer dieser Gruppe lebten im Mittel auf 88 Quadratmetern, Frauen auf 76.
Ein eindeutiger Beleg für Ursache und Wirkung ist das nicht. Was Wohnen kostet, hängt unter anderem von Region, Gebäudezustand, Miete oder Eigentum, Alter des Vertrags, Heizsystem und Energieverbrauch des Haushalts ab. Die Wohnfläche ist nur einer von mehreren möglichen Faktoren. Was eine bestimmte Wohnung kosten sollte oder ob ein einzelner Haushalt günstig oder teuer wohnt, lässt sich aus den Durchschnittswerten nicht ablesen.
Warum Ausgabenanteil und Leistbarkeit nicht dasselbe sind
Die Prozentwerte beziehen sich auf die Verbrauchsausgaben, nicht auf das verfügbare Einkommen. Wer 35 Prozent seiner Konsumausgaben für Wohnen und Energie verwendet, gibt dafür also nicht zwingend 35 Prozent seines Einkommens aus. Sparen, Kreditrückzahlungen und andere Zahlungen, die nicht als Konsum erfasst werden, können das Bild verändern.
Dazu kommt, dass die Kategorie mehr umfasst als die Nettomiete, nämlich wohnbezogene Ausgaben einschließlich Energie. Um die Struktur privater Ausgaben zu vergleichen, eignet sich der Bericht deshalb. Für Fragen wie Mietbelastung, Leistbarkeit oder Energiearmut bräuchte man zusätzlich Daten zu Einkommen, Wohnkosten und Haushalten.
Das heutige Preisniveau vom Oktober 2026 bildet die Erhebung außerdem nicht ab. Die Haushalte haben ihre Ausgaben zwischen April 2024 und Mai 2025 festgehalten, und Preisänderungen nach dem jeweiligen Erhebungszeitpunkt sind darin noch nicht enthalten.
Was Sie aus den Zahlen praktisch mitnehmen können
Wohnen Sie allein oder haben Sie das vor, geben Ihnen die Durchschnittswerte einen groben Rahmen. Eine persönliche Budgetvorgabe sind sie nicht. Für Ihr eigenes Wohnbudget lohnt es sich, fixe und schwankende Posten getrennt aufzuschreiben: Miete oder Finanzierung, Betriebskosten, Strom, Heizung, Versicherungen, laufende Instandhaltung, absehbare Nachzahlungen. Ein Jahresdurchschnitt sagt dabei meist mehr als ein einzelner Monat.
Schauen Sie auch, welche Kosten Sie überhaupt beeinflussen können. Wohnfläche, Vertrag und Heizsystem bestimmen einen großen Teil der Ausgaben strukturell. Beim laufenden Verbrauch gibt es oft etwas Spielraum. Der Ratgeber zum richtigen Heizen und Lüften zeigt dafür praktische Schritte, ohne so zu tun, als ließen sich hohe Wohnkosten allein durch das eigene Verhalten lösen.
Für Vermieterinnen und Vermieter, Hausverwaltungen und Beratungsstellen ist vor allem der Unterschied zwischen den Altersgruppen relevant. Der im Durchschnitt hohe Wohn- und Energieanteil bei älteren alleinlebenden Frauen kann ein Hinweis sein, Informationen zu Betriebskosten, Energieabrechnung, Unterstützungsleistungen und barrierearmen Wohnalternativen verständlich und leicht zugänglich anzubieten. Eine individuelle Notlage erkennt die Statistik aber nicht.
Wie belastbar die Konsumerhebung ist
Für die Konsumerhebung 2024/25 wurden 6.689 zufällig ausgewählte österreichische Privathaushalte ausgewertet. Sie führten unter anderem zwei Wochen lang ein Ausgabentagebuch. Größere und seltenere Ausgaben wurden über zusätzliche Fragen erhoben und anteilig in die Monatswerte eingerechnet. Die Ergebnisse sind hochgerechnete Durchschnittswerte, und wegen Rundungen können Summen geringfügig abweichen.
Die Rücklaufquote lag bei 22,1 Prozent. Statistik Austria gewichtet die Angaben, um die Struktur der österreichischen Privathaushalte abzubilden. Menschen in institutionellen Haushalten, etwa in Pflegeeinrichtungen, sind nicht erfasst. Gerade bei älteren Menschen spielt das eine Rolle: Die Ergebnisse gelten für Privathaushalte, nicht für die gesamte Bevölkerung ab 65 Jahren.
Was an dem Bericht neu ist
Die Grunddaten der Konsumerhebung waren schon früher veröffentlicht worden. Neu ist die feinere Gliederung nach Haushaltszusammensetzung, Alter, Geschlecht und Erwerbsstatus. Damit wird sichtbar, wie unterschiedlich sich die Ausgaben innerhalb der großen Gruppe der Einpersonenhaushalte verteilen.
Bei Alleinlebenden beanspruchen Wohnen und Energie also einen erheblichen Teil des Konsums, bei älteren alleinlebenden Frauen im Durchschnitt den größten. Als amtliche Orientierung für 2024/25 sind die Werte belastbar. Für Ihre eigene Wohnentscheidung brauchen Sie trotzdem ein eigenes Budget, aktuelle Angebote und, wenn die Kosten dauerhaft nicht tragbar sind, eine individuelle Beratung.
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