Author: Österreich.Immobilien Redaktion
Veröffentlicht am 17.08.2026

10 Fehler bei der Wohnungssuche in Österreich

10 Fehler bei der Wohnungssuche in Österreich
9 min Lesezeit

Eine passende Wohnung zu finden, kann schnell zur Geduldsprobe werden. Besonders in gefragten Städten und Ballungsräumen tauchen attraktive Mietwohnungen oft nur kurz auf, Besichtigungstermine sind rasch vergeben und bei einer wirklich guten Wohnung möchte man am liebsten sofort zusagen. Genau dieser Zeitdruck führt allerdings häufig dazu, dass wichtige Details übersehen werden.

Dabei geht es nicht nur darum, eine Wohnung zu finden, die auf den ersten Blick gefällt. Lage, laufende Kosten, Zustand, Mietvertrag und persönliche Lebensplanung müssen ebenfalls zusammenpassen. Wer bei der Wohnungssuche in Österreich strukturiert vorgeht und typische Fehler kennt, kann sich später viel Ärger, unnötige Kosten und im schlimmsten Fall einen unpassenden Mietvertrag ersparen.

Wir zeigen dir die zehn häufigsten Fehler bei der Wohnungssuche und erklären, wie du sie vermeiden kannst.

1. Ohne klare Kriterien mit der Wohnungssuche beginnen

Zwei Zimmer, Balkon, Altbau, ruhig gelegen, zentral und natürlich möglichst günstig: Am Anfang einer Wohnungssuche ist die Wunschliste oft lang. Das Problem dabei ist weniger, viele Wünsche zu haben, sondern nicht zu wissen, welche davon tatsächlich wichtig sind.

Bevor du dich durch Inserate klickst, solltest du deshalb zwischen Pflichtkriterien und Wunschkriterien unterscheiden. Überlege dir beispielsweise, welche maximale Gesamtmiete für dich realistisch ist, wie viele Zimmer du mindestens benötigst und welche Lage aufgrund von Arbeitsplatz, Schule oder Familie infrage kommt.

Ein Balkon kann angenehm sein. Wenn du dafür aber jeden Tag 45 Minuten länger zur Arbeit brauchst oder dein monatliches Budget bis an die Grenze ausreizt, sieht die Sache möglicherweise anders aus.

So vermeidest du den Fehler: Schreibe dir drei bis fünf Kriterien auf, die eine Wohnung unbedingt erfüllen muss. Ergänzend kannst du eine zweite Liste mit Punkten erstellen, die zwar schön wären, aber kein Ausschlusskriterium darstellen.

2. Nur auf die ausgeschriebene Miete achten

Ein besonders häufiger Fehler ist, ausschließlich auf den prominent angegebenen Mietpreis zu schauen. Entscheidend ist jedoch, was dich die Wohnung tatsächlich jeden Monat kostet.

Neben dem eigentlichen Mietzins können unter anderem Betriebskosten, Heizkosten, Strom, Internet oder weitere laufende Ausgaben hinzukommen. Je nach Wohnung und Vertragsgestaltung können sich die tatsächlichen monatlichen Wohnkosten dadurch deutlich vom ersten Eindruck im Inserat unterscheiden. Nicht alle Kosten, die im Alltag anfallen, müssen bereits in der beworbenen Summe enthalten sein.

So vermeidest du den Fehler: Frage vor einer Zusage genau nach, welche Kosten in der angegebenen Miete enthalten sind und welche zusätzlich bezahlt werden müssen. Lass dir nach Möglichkeit auch Informationen über die bisherigen Heiz- und Energiekosten geben. So kannst du verschiedene Wohnungen anhand ihrer tatsächlichen monatlichen Belastung vergleichen.

3. Den Suchradius zu stark einschränken

Natürlich hat fast jeder eine bevorzugte Gegend. Wer allerdings ausschließlich in einem bestimmten Bezirk oder wenigen Straßen sucht, schränkt das Angebot möglicherweise stärker ein als notwendig.

Manchmal liegt eine günstigere oder besser ausgestattete Wohnung nur wenige Straßen außerhalb des ursprünglich gewünschten Suchgebiets. Entscheidend ist ohnehin nicht allein die Entfernung auf der Karte. Eine gute öffentliche Verkehrsanbindung kann einen etwas weiter entfernten Wohnort im Alltag wesentlich praktischer machen als eine vermeintlich zentrale Wohnung mit schlechten Verbindungen.

So vermeidest du den Fehler: Suche zusätzlich in angrenzenden Bezirken, Gemeinden oder Stadtteilen und prüfe konkrete Fahrzeiten zu deinen wichtigsten Zielen. Gerade bei der Wohnungssuche kann ein etwas größerer Radius die Auswahl erheblich verbessern.

4. Zu langsam auf interessante Inserate reagieren

Bei attraktiven Mietwohnungen kann Geschwindigkeit entscheidend sein. Wer ein interessantes Inserat speichert und sich erst einige Tage später meldet, stellt nicht selten fest, dass bereits zahlreiche Besichtigungen vereinbart wurden.

Das bedeutet allerdings nicht, dass du überstürzt einen Vertrag unterschreiben solltest. Schnell reagieren und sorgfältig entscheiden sind zwei unterschiedliche Dinge.

So vermeidest du den Fehler: Aktiviere Suchaufträge oder Benachrichtigungen auf Immobilienplattformen und halte die wichtigsten Unterlagen griffbereit. Eine kurze, freundliche Anfrage mit den wesentlichen Informationen zu deiner Person macht es Vermietern oder Maklern außerdem leichter, deine Anfrage einzuordnen.

Für die Kontaktaufnahme darfst du schnell sein. Bei der Entscheidung über die Wohnung solltest du dir trotzdem die notwendigen Informationen beschaffen.

5. Die Umgebung nur während der Besichtigung beurteilen

Die Wohnung selbst macht einen guten Eindruck, der Innenhof ist ruhig und vor dem Haus ist kaum Verkehr. Was dabei leicht vergessen wird: Eine Besichtigung am Dienstag um 10 Uhr zeigt dir nur eine Momentaufnahme.

Am Abend kann sich die Parkplatzsituation völlig verändern. Eine Straße, die tagsüber ruhig erscheint, kann im Berufsverkehr stark befahren sein. Auch Lokale, Schulen, Veranstaltungsorte oder andere Einrichtungen in der Umgebung können je nach Tageszeit unterschiedlich wahrgenommen werden.

So vermeidest du den Fehler: Besuche die Gegend nach Möglichkeit noch einmal zu einer anderen Tageszeit. Prüfe auch Supermärkte, öffentliche Verkehrsmittel, Ärzte, Schulen, Kindergärten oder andere Einrichtungen, die für deinen Alltag wichtig sind.

Bei einer Wohnung entscheidest du dich schließlich nicht nur für ein paar Quadratmeter, sondern immer auch für deren Umgebung.

6. Bei der Besichtigung nur auf Optik und Einrichtung achten

Ein frisch gestrichener Raum, schöne Möbel oder viel Tageslicht können schnell überzeugen. Gerade bei einer Besichtigung solltest du dich davon aber nicht zu sehr ablenken lassen.

Achte stattdessen auch auf Fenster, Böden, Wände, Sanitäranlagen und vorhandene Geräte. Gibt es Hinweise auf Feuchtigkeit oder Schimmel? Schließen Fenster und Türen ordentlich? Wie laut ist es bei geschlossenen und geöffneten Fenstern? Gibt es genügend Steckdosen? Wo befinden sich Waschmaschinenanschluss, Kellerabteil oder Fahrradraum?

Auch kleinere Details können später im Alltag überraschend wichtig werden.

So vermeidest du den Fehler: Nimm dir eine eigene Checkliste zur Wohnungsbesichtigung mit. Bei mehreren Besichtigungen an einem Tag verschwimmen Eindrücke nämlich erstaunlich schnell. Notiere Besonderheiten und offene Fragen direkt vor Ort.

7. Bei einem vermeintlichen Traumangebot alle Warnsignale ignorieren

Große Wohnung, perfekte Lage, hochwertige Ausstattung und gleichzeitig auffällig günstig: Natürlich kann es gute Angebote geben. Ein Preis, der im Vergleich zu ähnlichen Wohnungen ungewöhnlich niedrig erscheint, sollte aber zumindest deine Aufmerksamkeit wecken.

Besonders vorsichtig solltest du werden, wenn vor einer Besichtigung Geld verlangt wird oder die angebliche vermietende Person erklärt, sich dauerhaft im Ausland zu befinden und deshalb eine ungewöhnliche Schlüssel- oder Zahlungsabwicklung vorschlägt. Österreichische Verbraucherschützer warnen regelmäßig vor betrügerischen Wohnungsinseraten und Vorauszahlungen für Wohnungen, die Interessenten noch gar nicht gesehen haben.

So vermeidest du den Fehler: Überweise keine Kaution oder erste Monatsmiete nur deshalb, um angeblich einen Besichtigungstermin oder eine Wohnung zu reservieren. Prüfe außerdem, mit wem du es tatsächlich zu tun hast, und werde misstrauisch, wenn ungewöhnlich großer Zeitdruck aufgebaut wird.

Ein gutes Angebot darf günstig sein. Wenn allerdings mehrere Dinge gleichzeitig zu schön wirken, um wahr zu sein, solltest du genauer hinsehen.

8. Ein Mietanbot unterschreiben, ohne die Konsequenzen zu kennen

Dieser Punkt wird besonders häufig unterschätzt. Ein Mietanbot ist nicht einfach nur eine unverbindliche Interessensbekundung. Enthält ein verbindliches Anbot die wesentlichen Punkte und wird es von der Vermieterseite angenommen, kann dadurch bereits ein Mietvertrag zustande kommen.

Du solltest ein Mietanbot deshalb niemals nur unterschreiben, weil du befürchtest, die Wohnung ansonsten an einen anderen Interessenten zu verlieren. Möglichkeiten zum Rücktritt bestehen nur unter bestimmten Voraussetzungen.

So vermeidest du den Fehler: Lies jedes Mietanbot vollständig durch. Kontrolliere insbesondere Wohnung, Mietpreis, Betriebskosten, Vertragsdauer, Mietbeginn und weitere Bedingungen. Unterschreibe erst dann, wenn du die Wohnung zu den genannten Konditionen tatsächlich mieten möchtest.

9. Den Mietvertrag nicht gründlich lesen

Nach einer langen Wohnungssuche ist die Freude über eine Zusage verständlicherweise groß. Gerade jetzt solltest du deine Aufmerksamkeit aber noch einmal erhöhen.

Im Mietvertrag werden die entscheidenden Rechte und Pflichten festgehalten. Prüfe unter anderem Mietbeginn, Vertragsdauer, Kündigungsmöglichkeiten, Höhe und Zusammensetzung des Mietzinses sowie mitvermietete Flächen und Gegenstände. Zusagen über Parkplatz, Gartenbenutzung, Kellerabteil oder andere Einrichtungen sollten nicht nur mündlich ausgesprochen, sondern möglichst schriftlich festgehalten werden.

So vermeidest du den Fehler: Lass dich nicht zu einer sofortigen Unterschrift drängen. Wenn dir Vertragsklauseln unklar erscheinen, frage nach oder hole fachkundige Beratung ein. Eine Frage vor Vertragsabschluss ist wesentlich angenehmer als ein Streit nach dem Einzug.

10. Einmalige Kosten beim Umzug unterschätzen

Selbst wenn die monatliche Miete gut in dein Budget passt, kann der Einzug zunächst einiges an Geld erfordern. Kaution, Umzug, Möbel, Lampen, kleinere Anschaffungen oder notwendige Renovierungsarbeiten summieren sich schnell.

Bei bestimmten Wohnformen können darüber hinaus weitere Zahlungen relevant sein. Bei Genossenschaftswohnungen kann beispielsweise ein Finanzierungsbeitrag anfallen. Auch das Thema Maklerprovision solltest du kennen: Für die Vermittlung von Mietwohnungen gilt in Österreich seit 1. Juli 2023 grundsätzlich das Bestellerprinzip. Wer den Makler zuerst beauftragt, soll grundsätzlich auch dessen Provision bezahlen. Mietinteressenten können dennoch provisionspflichtig werden, wenn sie selbst einen entsprechenden Suchauftrag erteilen.

So vermeidest du den Fehler: Plane nicht nur deine monatlichen Wohnkosten, sondern erstelle vor der Wohnungssuche ein eigenes Budget für sämtliche Einmalkosten. Eine kleine finanzielle Reserve nach dem Einzug ist ebenfalls sinnvoll.

Wohnungssuche mit Plan statt Bauchentscheidung

Bei der Wohnungssuche spielen Gefühle zwangsläufig eine Rolle. Man betritt eine Wohnung und kann sich manchmal innerhalb weniger Minuten vorstellen, dort zu wohnen. Daran ist grundsätzlich nichts falsch. Problematisch wird es nur, wenn die Begeisterung dazu führt, Kosten, Lage oder Vertragsbedingungen auszublenden.

Eine gute Wohnung muss nicht in jedem Punkt perfekt sein. Sie sollte vor allem zu deinem Alltag und zu deinen finanziellen Möglichkeiten passen. Wer seine wichtigsten Kriterien kennt, bei Besichtigungen genau hinsieht und Unterlagen nicht unter Zeitdruck unterschreibt, vermeidet bereits einen großen Teil der typischen Fehler.

Die wichtigsten Punkte für deine Wohnungssuche im Überblick

  • Lege vor der Suche deine wichtigsten Kriterien und dein maximales Budget fest.
  • Vergleiche nicht nur den Mietzins, sondern die tatsächlichen monatlichen Wohnkosten.
  • Erweitere deinen Suchradius auf angrenzende Bezirke oder Gemeinden.
  • Reagiere auf interessante Inserate schnell, entscheide aber nicht überstürzt.
  • Prüfe die Umgebung zu unterschiedlichen Tageszeiten.
  • Kontrolliere bei der Besichtigung auch Zustand, Ausstattung und mögliche Mängel.
  • Sei bei ungewöhnlich günstigen Angeboten und Vorauszahlungen besonders vorsichtig.
  • Unterschreibe ein Mietanbot erst, wenn du dessen Inhalt und mögliche Bindungswirkung verstanden hast.
  • Lies den Mietvertrag vollständig und halte wichtige Zusagen schriftlich fest.
  • Berücksichtige neben der monatlichen Miete auch Kaution, Umzug und weitere Einmalkosten.
  • Wer diese Punkte berücksichtigt, geht deutlich besser vorbereitet in die Wohnungssuche. Und genau das kann am Ende den Unterschied machen zwischen einer Wohnung, die auf den ersten Blick gut aussieht, und einem Zuhause, in dem du dich auch langfristig wohlfühlst.


    Eine passende Wohnung zu finden, kann schnell zur Geduldsprobe werden. Besonders in gefragten Städten und Ballungsräumen tauchen attraktive Mietwohnungen oft nur kurz auf, Besichtigungstermine sind rasch vergeben und bei einer wirklich guten Wohnung möchte man am liebsten sofort zusagen. Genau dieser Zeitdruck führt allerdings häufig dazu, dass wichtige Details übersehen werden.

    Dabei geht es nicht nur darum, eine Wohnung zu finden, die auf den ersten Blick gefällt. Lage, laufende Kosten, Zustand, Mietvertrag und persönliche Lebensplanung müssen ebenfalls zusammenpassen. Wer bei der Wohnungssuche in Österreich strukturiert vorgeht und typische Fehler kennt, kann sich später viel Ärger, unnötige Kosten und im schlimmsten Fall einen unpassenden Mietvertrag ersparen.

    Wir zeigen dir die zehn häufigsten Fehler bei der Wohnungssuche und erklären, wie du sie vermeiden kannst.

    1. Ohne klare Kriterien mit der Wohnungssuche beginnen

    Zwei Zimmer, Balkon, Altbau, ruhig gelegen, zentral und natürlich möglichst günstig: Am Anfang einer Wohnungssuche ist die Wunschliste oft lang. Das Problem dabei ist weniger, viele Wünsche zu haben, sondern nicht zu wissen, welche davon tatsächlich wichtig sind.

    Bevor du dich durch Inserate klickst, solltest du deshalb zwischen Pflichtkriterien und Wunschkriterien unterscheiden. Überlege dir beispielsweise, welche maximale Gesamtmiete für dich realistisch ist, wie viele Zimmer du mindestens benötigst und welche Lage aufgrund von Arbeitsplatz, Schule oder Familie infrage kommt.

    Ein Balkon kann angenehm sein. Wenn du dafür aber jeden Tag 45 Minuten länger zur Arbeit brauchst oder dein monatliches Budget bis an die Grenze ausreizt, sieht die Sache möglicherweise anders aus.

    So vermeidest du den Fehler: Schreibe dir drei bis fünf Kriterien auf, die eine Wohnung unbedingt erfüllen muss. Ergänzend kannst du eine zweite Liste mit Punkten erstellen, die zwar schön wären, aber kein Ausschlusskriterium darstellen.

    2. Nur auf die ausgeschriebene Miete achten

    Ein besonders häufiger Fehler ist, ausschließlich auf den prominent angegebenen Mietpreis zu schauen. Entscheidend ist jedoch, was dich die Wohnung tatsächlich jeden Monat kostet.

    Neben dem eigentlichen Mietzins können unter anderem Betriebskosten, Heizkosten, Strom, Internet oder weitere laufende Ausgaben hinzukommen. Je nach Wohnung und Vertragsgestaltung können sich die tatsächlichen monatlichen Wohnkosten dadurch deutlich vom ersten Eindruck im Inserat unterscheiden. Nicht alle Kosten, die im Alltag anfallen, müssen bereits in der beworbenen Summe enthalten sein.

    So vermeidest du den Fehler: Frage vor einer Zusage genau nach, welche Kosten in der angegebenen Miete enthalten sind und welche zusätzlich bezahlt werden müssen. Lass dir nach Möglichkeit auch Informationen über die bisherigen Heiz- und Energiekosten geben. So kannst du verschiedene Wohnungen anhand ihrer tatsächlichen monatlichen Belastung vergleichen.

    3. Den Suchradius zu stark einschränken

    Natürlich hat fast jeder eine bevorzugte Gegend. Wer allerdings ausschließlich in einem bestimmten Bezirk oder wenigen Straßen sucht, schränkt das Angebot möglicherweise stärker ein als notwendig.

    Manchmal liegt eine günstigere oder besser ausgestattete Wohnung nur wenige Straßen außerhalb des ursprünglich gewünschten Suchgebiets. Entscheidend ist ohnehin nicht allein die Entfernung auf der Karte. Eine gute öffentliche Verkehrsanbindung kann einen etwas weiter entfernten Wohnort im Alltag wesentlich praktischer machen als eine vermeintlich zentrale Wohnung mit schlechten Verbindungen.

    So vermeidest du den Fehler: Suche zusätzlich in angrenzenden Bezirken, Gemeinden oder Stadtteilen und prüfe konkrete Fahrzeiten zu deinen wichtigsten Zielen. Gerade bei der Wohnungssuche kann ein etwas größerer Radius die Auswahl erheblich verbessern.

    4. Zu langsam auf interessante Inserate reagieren

    Bei attraktiven Mietwohnungen kann Geschwindigkeit entscheidend sein. Wer ein interessantes Inserat speichert und sich erst einige Tage später meldet, stellt nicht selten fest, dass bereits zahlreiche Besichtigungen vereinbart wurden.

    Das bedeutet allerdings nicht, dass du überstürzt einen Vertrag unterschreiben solltest. Schnell reagieren und sorgfältig entscheiden sind zwei unterschiedliche Dinge.

    So vermeidest du den Fehler: Aktiviere Suchaufträge oder Benachrichtigungen auf Immobilienplattformen und halte die wichtigsten Unterlagen griffbereit. Eine kurze, freundliche Anfrage mit den wesentlichen Informationen zu deiner Person macht es Vermietern oder Maklern außerdem leichter, deine Anfrage einzuordnen.

    Für die Kontaktaufnahme darfst du schnell sein. Bei der Entscheidung über die Wohnung solltest du dir trotzdem die notwendigen Informationen beschaffen.

    5. Die Umgebung nur während der Besichtigung beurteilen

    Die Wohnung selbst macht einen guten Eindruck, der Innenhof ist ruhig und vor dem Haus ist kaum Verkehr. Was dabei leicht vergessen wird: Eine Besichtigung am Dienstag um 10 Uhr zeigt dir nur eine Momentaufnahme.

    Am Abend kann sich die Parkplatzsituation völlig verändern. Eine Straße, die tagsüber ruhig erscheint, kann im Berufsverkehr stark befahren sein. Auch Lokale, Schulen, Veranstaltungsorte oder andere Einrichtungen in der Umgebung können je nach Tageszeit unterschiedlich wahrgenommen werden.

    So vermeidest du den Fehler: Besuche die Gegend nach Möglichkeit noch einmal zu einer anderen Tageszeit. Prüfe auch Supermärkte, öffentliche Verkehrsmittel, Ärzte, Schulen, Kindergärten oder andere Einrichtungen, die für deinen Alltag wichtig sind.

    Bei einer Wohnung entscheidest du dich schließlich nicht nur für ein paar Quadratmeter, sondern immer auch für deren Umgebung.

    6. Bei der Besichtigung nur auf Optik und Einrichtung achten

    Ein frisch gestrichener Raum, schöne Möbel oder viel Tageslicht können schnell überzeugen. Gerade bei einer Besichtigung solltest du dich davon aber nicht zu sehr ablenken lassen.

    Achte stattdessen auch auf Fenster, Böden, Wände, Sanitäranlagen und vorhandene Geräte. Gibt es Hinweise auf Feuchtigkeit oder Schimmel? Schließen Fenster und Türen ordentlich? Wie laut ist es bei geschlossenen und geöffneten Fenstern? Gibt es genügend Steckdosen? Wo befinden sich Waschmaschinenanschluss, Kellerabteil oder Fahrradraum?

    Auch kleinere Details können später im Alltag überraschend wichtig werden.

    So vermeidest du den Fehler: Nimm dir eine eigene Checkliste zur Wohnungsbesichtigung mit. Bei mehreren Besichtigungen an einem Tag verschwimmen Eindrücke nämlich erstaunlich schnell. Notiere Besonderheiten und offene Fragen direkt vor Ort.

    7. Bei einem vermeintlichen Traumangebot alle Warnsignale ignorieren

    Große Wohnung, perfekte Lage, hochwertige Ausstattung und gleichzeitig auffällig günstig: Natürlich kann es gute Angebote geben. Ein Preis, der im Vergleich zu ähnlichen Wohnungen ungewöhnlich niedrig erscheint, sollte aber zumindest deine Aufmerksamkeit wecken.

    Besonders vorsichtig solltest du werden, wenn vor einer Besichtigung Geld verlangt wird oder die angebliche vermietende Person erklärt, sich dauerhaft im Ausland zu befinden und deshalb eine ungewöhnliche Schlüssel- oder Zahlungsabwicklung vorschlägt. Österreichische Verbraucherschützer warnen regelmäßig vor betrügerischen Wohnungsinseraten und Vorauszahlungen für Wohnungen, die Interessenten noch gar nicht gesehen haben.

    So vermeidest du den Fehler: Überweise keine Kaution oder erste Monatsmiete nur deshalb, um angeblich einen Besichtigungstermin oder eine Wohnung zu reservieren. Prüfe außerdem, mit wem du es tatsächlich zu tun hast, und werde misstrauisch, wenn ungewöhnlich großer Zeitdruck aufgebaut wird.

    Ein gutes Angebot darf günstig sein. Wenn allerdings mehrere Dinge gleichzeitig zu schön wirken, um wahr zu sein, solltest du genauer hinsehen.

    8. Ein Mietanbot unterschreiben, ohne die Konsequenzen zu kennen

    Dieser Punkt wird besonders häufig unterschätzt. Ein Mietanbot ist nicht einfach nur eine unverbindliche Interessensbekundung. Enthält ein verbindliches Anbot die wesentlichen Punkte und wird es von der Vermieterseite angenommen, kann dadurch bereits ein Mietvertrag zustande kommen.

    Du solltest ein Mietanbot deshalb niemals nur unterschreiben, weil du befürchtest, die Wohnung ansonsten an einen anderen Interessenten zu verlieren. Möglichkeiten zum Rücktritt bestehen nur unter bestimmten Voraussetzungen.

    So vermeidest du den Fehler: Lies jedes Mietanbot vollständig durch. Kontrolliere insbesondere Wohnung, Mietpreis, Betriebskosten, Vertragsdauer, Mietbeginn und weitere Bedingungen. Unterschreibe erst dann, wenn du die Wohnung zu den genannten Konditionen tatsächlich mieten möchtest.

    9. Den Mietvertrag nicht gründlich lesen

    Nach einer langen Wohnungssuche ist die Freude über eine Zusage verständlicherweise groß. Gerade jetzt solltest du deine Aufmerksamkeit aber noch einmal erhöhen.

    Im Mietvertrag werden die entscheidenden Rechte und Pflichten festgehalten. Prüfe unter anderem Mietbeginn, Vertragsdauer, Kündigungsmöglichkeiten, Höhe und Zusammensetzung des Mietzinses sowie mitvermietete Flächen und Gegenstände. Zusagen über Parkplatz, Gartenbenutzung, Kellerabteil oder andere Einrichtungen sollten nicht nur mündlich ausgesprochen, sondern möglichst schriftlich festgehalten werden.

    So vermeidest du den Fehler: Lass dich nicht zu einer sofortigen Unterschrift drängen. Wenn dir Vertragsklauseln unklar erscheinen, frage nach oder hole fachkundige Beratung ein. Eine Frage vor Vertragsabschluss ist wesentlich angenehmer als ein Streit nach dem Einzug.

    10. Einmalige Kosten beim Umzug unterschätzen

    Selbst wenn die monatliche Miete gut in dein Budget passt, kann der Einzug zunächst einiges an Geld erfordern. Kaution, Umzug, Möbel, Lampen, kleinere Anschaffungen oder notwendige Renovierungsarbeiten summieren sich schnell.

    Bei bestimmten Wohnformen können darüber hinaus weitere Zahlungen relevant sein. Bei Genossenschaftswohnungen kann beispielsweise ein Finanzierungsbeitrag anfallen. Auch das Thema Maklerprovision solltest du kennen: Für die Vermittlung von Mietwohnungen gilt in Österreich seit 1. Juli 2023 grundsätzlich das Bestellerprinzip. Wer den Makler zuerst beauftragt, soll grundsätzlich auch dessen Provision bezahlen. Mietinteressenten können dennoch provisionspflichtig werden, wenn sie selbst einen entsprechenden Suchauftrag erteilen.

    So vermeidest du den Fehler: Plane nicht nur deine monatlichen Wohnkosten, sondern erstelle vor der Wohnungssuche ein eigenes Budget für sämtliche Einmalkosten. Eine kleine finanzielle Reserve nach dem Einzug ist ebenfalls sinnvoll.

    Wohnungssuche mit Plan statt Bauchentscheidung

    Bei der Wohnungssuche spielen Gefühle zwangsläufig eine Rolle. Man betritt eine Wohnung und kann sich manchmal innerhalb weniger Minuten vorstellen, dort zu wohnen. Daran ist grundsätzlich nichts falsch. Problematisch wird es nur, wenn die Begeisterung dazu führt, Kosten, Lage oder Vertragsbedingungen auszublenden.

    Eine gute Wohnung muss nicht in jedem Punkt perfekt sein. Sie sollte vor allem zu deinem Alltag und zu deinen finanziellen Möglichkeiten passen. Wer seine wichtigsten Kriterien kennt, bei Besichtigungen genau hinsieht und Unterlagen nicht unter Zeitdruck unterschreibt, vermeidet bereits einen großen Teil der typischen Fehler.

    Die wichtigsten Punkte für deine Wohnungssuche im Überblick

    1. Lege vor der Suche deine wichtigsten Kriterien und dein maximales Budget fest.
    2. Vergleiche nicht nur den Mietzins, sondern die tatsächlichen monatlichen Wohnkosten.
    3. Erweitere deinen Suchradius auf angrenzende Bezirke oder Gemeinden.
    4. Reagiere auf interessante Inserate schnell, entscheide aber nicht überstürzt.
    5. Prüfe die Umgebung zu unterschiedlichen Tageszeiten.
    6. Kontrolliere bei der Besichtigung auch Zustand, Ausstattung und mögliche Mängel.
    7. Sei bei ungewöhnlich günstigen Angeboten und Vorauszahlungen besonders vorsichtig.
    8. Unterschreibe ein Mietanbot erst, wenn du dessen Inhalt und mögliche Bindungswirkung verstanden hast.
    9. Lies den Mietvertrag vollständig und halte wichtige Zusagen schriftlich fest.
    10. Berücksichtige neben der monatlichen Miete auch Kaution, Umzug und weitere Einmalkosten.

    Wer diese Punkte berücksichtigt, geht deutlich besser vorbereitet in die Wohnungssuche. Und genau das kann am Ende den Unterschied machen zwischen einer Wohnung, die auf den ersten Blick gut aussieht, und einem Zuhause, in dem du dich auch langfristig wohlfühlst.



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