News 18.08.2026 6 min Lesezeit

Stadtquartier Eibengasse: 2.600 neue Wohnungen in Wien

Das Stadtquartier Eibengasse nimmt Gestalt an. Geplant sind 2.600 Wohnungen, Grünflächen, Kindergärten, Nahversorgung und klimafitte Freiräume.

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Österreich.Immobilien Redaktion Redaktion · Oesterreich.Immobilien
Stadtquartier Eibengasse: 2.600 neue Wohnungen in Wien

In Wien-Donaustadt nimmt eines der größeren Stadtentwicklungsprojekte der kommenden Jahre zunehmend Gestalt an. Im neuen Stadtquartier Eibengasse sollen insgesamt rund 2.600 Wohnungen entstehen. Das Entwicklungsgebiet umfasst etwa 19 Hektar und soll künftig Wohnraum für bis zu 6.000 Menschen bieten. Wie das neue Viertel aussehen könnte, können Interessierte von 21. bis 23. August 2026 bei einer Ausstellung zum aktuellen Planungsstand erfahren.

Dabei geht es nicht nur um einzelne Wohngebäude. Das Stadtquartier soll als zusammenhängender neuer Stadtteil entwickelt werden, in dem Wohnungen, Grünflächen, soziale Infrastruktur, Mobilität und Nahversorgung miteinander abgestimmt sind. Eine zentrale Rolle spielt dabei der Qualitätsbeirat des wohnfonds_wien, der die unterschiedlichen Projekte und Planungen bauplatzübergreifend begleitet.

Ausstellung zeigt aktuellen Stand der Planungen

Wie komplex die Entstehung eines neuen Stadtviertels ist, wird bei der Ausstellung besonders deutlich. Besucherinnen und Besucher erhalten Einblicke in die aktuellen Zwischenstände der Entwürfe für die einzelnen Bauplätze. Zusätzlich werden ein Modell des künftigen Quartiers sowie ein erster Entwurf des Quartiersplans präsentiert.

Dieser Quartiersplan zeigt unter anderem, wie die Erdgeschoßbereiche gestaltet werden könnten und wie Grün- und Freiräume innerhalb des neuen Viertels miteinander verbunden werden sollen. Gerade diese Abstimmung ist bei großen Entwicklungsgebieten entscheidend: Statt vieler voneinander unabhängiger Bauprojekte soll am Ende ein Stadtteil entstehen, der auch im Alltag als Einheit funktioniert.

Die Ausstellung findet von 21. bis 23. August 2026 jeweils von 12:00 bis 17:00 Uhr in der Nordwestbahnstraße 16 in 1200 Wien am Areal des ehemaligen Nordwestbahnhofs statt. Der Eintritt ist kostenlos. Wer nicht persönlich vorbeikommen kann, soll die Zwischenergebnisse der Projektteams ab 21. August auch digital über den wohnfonds_wien ansehen können.

Neues Stadtquartier zwischen zwei U2-Stationen

Das eigentliche Entwicklungsgebiet befindet sich in der Donaustadt zwischen den U2-Stationen Donauspital und Aspernstraße sowie im Umfeld von Erzherzog-Karl-Straße und Langobardenstraße. Damit verfügt das geplante Quartier bereits über eine wichtige Grundlage für eine gute Anbindung an den öffentlichen Verkehr.

Die Lage an der U2 soll jedoch nur ein Teil des Mobilitätskonzepts sein. Geplant sind auch Radverbindungen und möglichst kurze Wege für alltägliche Erledigungen. Das Ziel ist ein Quartier, in dem viele Wege innerhalb des Stadtteils oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln zurückgelegt werden können.

Bei der weiteren Planung sollen deshalb nicht nur Gebäude und Straßen betrachtet werden. In kommenden Werkstatt-Terminen werden unter anderem die Themen Erschließung und Mobilität, Freiraumgestaltung, Nutzung der Erdgeschoß- und Sockelzonen sowie gemeinschaftlich nutzbare Bereiche aufeinander abgestimmt.

2,5 Hektar großer Park als Herzstück

Einen besonders hohen Stellenwert soll die Gestaltung der Freiräume erhalten. Herzstück des Stadtquartiers ist ein rund 2,5 Hektar großer öffentlicher Park. Dazu kommen weitere Grün-, Spiel- und Aufenthaltsbereiche auf den einzelnen Baufeldern sowie Grünflächen entlang der U-Bahn-Trasse.

Damit reagiert die Planung auch auf eine Herausforderung, die für den Wohnbau in Wien zunehmend wichtiger wird: den Umgang mit sommerlicher Hitze. Große versiegelte Flächen und dicht bebaute Gebiete können sich während längerer Hitzeperioden stark aufheizen. Bei neuen Quartieren wird deshalb bereits in einer frühen Planungsphase darauf geachtet, wie Gebäude, Grünflächen und Freiräume zusammenspielen.

Für die Eibengasse sind unter anderem Dach- und Fassadenbegrünungen, zahlreiche neue Bäume und eine möglichst geringe Bodenversiegelung vorgesehen. Gleichzeitig soll die Anordnung der Gebäude eine gute Durchlüftung unterstützen. Zusammengenommen sollen diese Maßnahmen dazu beitragen, das Quartier besser an steigende Temperaturen und längere Hitzephasen anzupassen.

Geförderter Wohnbau spielt wichtige Rolle

Neben der Gestaltung des öffentlichen Raums steht auch die Frage nach leistbarem Wohnraum im Mittelpunkt. Für Teile des Gebiets kommt die Widmungskategorie „Geförderter Wohnbau“ zum Einsatz. Damit soll sichergestellt werden, dass im neuen Quartier nicht ausschließlich freifinanzierte Wohnungen entstehen.

Der Qualitätssicherungsprozess beschränkt sich dabei nicht auf geförderte Projekte. Der Qualitätsbeirat betrachtet sowohl geförderte als auch freifinanzierte Neubauten und versucht, diese in ein gemeinsames städtebauliches Konzept einzubinden. Grundlage dafür ist ein eigenes Qualitätenhandbuch, das Anforderungen an Städtebau, Architektur, Freiraum, Nachhaltigkeit und Mobilität definiert.

Diese quartiersübergreifende Betrachtung ist gerade bei einem Projekt dieser Größenordnung relevant. Schließlich entscheiden nicht nur Grundrisse oder Fassaden darüber, wie attraktiv ein neuer Wohnstandort später tatsächlich ist. Ebenso wichtig sind öffentliche Räume, Einkaufsmöglichkeiten, Schulen, Kindergärten, Verkehrsanbindungen und Orte, an denen Nachbarschaft entstehen kann.

Kindergärten, Schule und Nahversorgung vorgesehen

Mit den Wohnungen soll daher auch die notwendige soziale Infrastruktur wachsen. Im neuen Stadtquartier sind zwei zusätzliche Kindergärten sowie weitere Angebote für die Nahversorgung vorgesehen. Eine neue Schule an der Langobardenstraße ist bereits seit 2023 in Betrieb. Sie umfasst 17 Volksschul- und 16 Mittelschulklassen.

Von den neuen Grünflächen, zusätzlichen Einrichtungen und verbesserten Verbindungen soll damit nicht ausschließlich die künftige Bewohnerschaft des Quartiers profitieren. Auch für die bereits bestehenden Wohngebiete im Umfeld können neue öffentliche Räume und Versorgungsangebote eine Aufwertung darstellen.

Planungsprozess läuft noch bis 2027

Bis tatsächlich gebaut wird, stehen noch mehrere Planungsschritte bevor. Im September 2026 sollen weitere Werkstatt-Termine stattfinden, bei denen die Projektteams zentrale Themen über die Grenzen der einzelnen Bauplätze hinweg koordinieren. Dazu zählen neben Mobilität und Freiraum auch die Nutzung der Sockelzonen und die Frage, wie Gemeinschaft innerhalb des neuen Viertels gefördert werden kann.

Weitere Themen sind die künftige Energieversorgung und die Organisation der Baulogistik. Ein abschließendes Kolloquium ist für Dezember 2026 vorgesehen. Nach Abschluss des Beurteilungsverfahrens im Februar 2027 soll anschließend die Realisierungsphase beginnen.

Bis zur Fertigstellung wird das Projekt weiterhin durch den Qualitätsbeirat begleitet. Erst wenn das Quartier tatsächlich umgesetzt ist, soll dieser Prozess mit einer abschließenden Besichtigung beendet werden.

Eibengasse soll Wohnen, Grünraum und Infrastruktur verbinden

Mit 2.600 geplanten Wohnungen gehört die Eibengasse zu jenen Projekten, die die Entwicklung der Donaustadt in den kommenden Jahren deutlich mitprägen können. Bemerkenswert ist dabei vor allem der Ansatz, das Gebiet nicht als reine Ansammlung neuer Wohnhäuser zu planen. Grünraum, Mobilität, soziale Einrichtungen, Nahversorgung und Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel werden bereits während der Planungsphase gemeinsam betrachtet.

Wie gut dieses Zusammenspiel später tatsächlich funktioniert, wird sich erst nach der Umsetzung zeigen. Die derzeitige Ausstellung ermöglicht jedoch bereits einen ungewöhnlich frühen Blick hinter die Kulissen eines großen Wiener Stadtentwicklungsprojekts. Wer wissen möchte, wie aus einzelnen Bauplätzen Schritt für Schritt ein neuer Stadtteil entstehen soll, bekommt von 21. bis 23. August 2026 die Gelegenheit, sich selbst ein Bild vom aktuellen Stand des Stadtquartiers Eibengasse zu machen.



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