erstellt am 08.06.2021
Bausparen: Die drei Phasen - Österreich.Immobilien
Bausparen: Die drei Phasen
4 Min Lesedauer

Bausparen: Die drei Phasen

In drei Schritten zur Hausfinanzierung



Das Bausparen gliedert sich in drei verschiedene Abschnitte: Nachdem zunächst ein Mindestguthaben angespart wurde, wird der Kredit zugeteilt und ausgezahlt. Im letzten Schritt erfolgt dann die Rückzahlung.

Wie funktioniert Bausparen?
Um Bausparkredit zu nehmen, benötigt man zuerst einen Bausparer, bei dem man sechs Jahre eine bestimmte Summe einsparen muss, damit man später die Möglichkeit für Bausparkredit hat.
Beim Bausparer handelt es sich grundsätzlich nicht um das Sparen sondern um die Möglichkeit in Zukunft einen Baukredit gewährt zu bekommen.

1. Bausparphase: Ansparen
Um ein Darlehen zu bekommen, müssen Bausparer ein Mindestguthaben ansammeln. Bei den meisten Tarifen macht dies 40 bis 50 Prozent der Bausparsumme aus, für den Restbetrag gewährt die Bausparkasse dann ein Darlehen. Angenommen bei einer Abmachung von 50.000 Euro muss man in der Ansparphase 20.000 bis 25.000 Euro ansparen. In der Regel findet das über monatlichen Raten statt, die zirka drei bis zehn Prozent der festlegten Bausparsumme ausmachen – bei 50.000 Euro sind das zwischen 150 und 500 Euro. Wenn man rascher sein Sparziel erreichen möchte, kann man Sonderzahlungen tätigen.
Man kann den Bausparvertrag mit einem Förderprogramm zusammenstellen, im Falle dass ein derartiges Förderungsprogramm im jeweiligen Bundesland angeboten wird. Für das Sparguthaben gestattet die Bausparkasse Zinsen, die mit 0,5 bis 1,5 Prozent meistens vergleichsweise abgezehrt abfallen.

2. Bausparphase: Zuteilung und Auszahlung
Wenn das Mindestguthaben erreicht ist, denken viele Bausparer dass Sie das Darlehen gleich ausbezahlt erhalten. Der Bausparer muss auf die Zuteilung seines Darlehens abwarten, weil es nicht erlaubt ist mehr Geld auszuzahlen, als im Guthabentopf ist. Wenn viele Zahlungen in die Bausparkasse zufließen, so werden viele Bausparkredite vergeben. Falls wenige neue Bausparer kommen, dann muss der Kunde länger warten. Bausparkassen können keine genauen Fristen der Zuteilung versprechen oder mit geringen Wartezeiten propagieren. Die Bausparkassen geben eine Vorhersage wann das Geld zukünftig erstattet werden kann. Die Mindestsparzeit beträgt eineinhalb Jahre, zudem man das festlegte Mindestguthaben erreichen muss. Man muss damit rechnen, dass die Zuteilung verschieben kann. Der Kreditablauf richtet sich nach der Zielbewertungszahl. Die Bewertungszahl Ihres Vertrags wird höher ausfallen, wenn Sie mehr Guthaben angespart haben und Sie länger auf eine Zuteilung warten.

3. Bausparphase: Kredittilgung
In der Kreditphase wird der Bausparkredit wie ein Hypothekarkredit einer Bank erledigt. Die Tilgungsrate besteht aus dem beim Vertragsabschluss abgemachten Zinssatz und der Tilgung und errechnet sich aus der Bausparsumme. Die Kreditrate ist deutlich höher als bei einem Bankkredit, weil die Bausparkassen das geliehene Geld möglichst schnell zurückerhalten wollen, um es an den nächsten Kunden auszuleihen.

Die vier österreichischen Bausparkassen
Es gibt vier Bausparkassen in Österreich, bei denen das Sparen staatlich gefördert wird. Diese sind die Raiffeisen Wohn Bausparkasse, die sBausparkasse, Wüstenrot und die start:bausparkasse. Sie alle können ihren Kunden die staatliche Prämie versichern. Die Höhe der Bausparprämie wird vom Finanzamt geregelt und ergibt heuer 1,5 Prozent. Allgemein sind zwischen 1,5 und 4 Prozent üblich. Bei einer jährlichen Einzahlung kann die Prämie pro Jahr maximal 1.200 Euro betragen, bei einem Einmalerlag sind es bis zu 7.200 Euro.

Der Vergleich vom Bausparen mit einem Rechner
Beim Vergleich vom Bausparprodukte mit einem Bausparrechner ergibt sich kein so großer Unterschied. Derzeit gibt es auch beim Jugendbausparer keine großen Unterschiede im Vergleich zu einem klassischen Bausparvertrag. Hingegen kann sich während den sechs Jahren die Differenz noch ändern, weil die Bausparprodukte unterschiedliche Zinsen bieten.

Warum das Bausparen immer noch sinnvoll ist
Das Bausparen lohnt sich noch, obwohl die Bausparprämie aktuell nur 1,5 Prozent ausmacht und ein Ansteigen in naher Zukunft nicht zu erwarten ist. Diese 1,5 Prozent sind versichert und bei einem normalen derzeitigen Zinssatz von ca. 0,25 Prozent sehr attraktiv. Die Prämie ist von KESt befreit.
Für die kommende Zeit ist eine dauerhafte Erholung des Bankensektors zu erwarten. Das heißt, dass die Zinsen für das Sparen und für Darlehen ansteigen werden. Mit dem Bausparvertrag ist befestigt, dass die Zinsen günstig bleiben. Der Sparer muss Aufmerksam sein, weil der Sparbetrag keine Bestätigung für einen Darlehn ist.

Welche Pflichten geht der Sparer mit einem Bausparvertrag ein?
Wenn es zu einem früheren Ausstieg kommt, dann verfällt das Recht auf die staatliche Bausparprämie und die Sparsumme wird zum üblichen Zinssatz verzinst. Die frühzeitige Auflösen ist mit Gebühren verpflichtet.
Beim Auslaufen des Sparvertrages, hat der Sparer das Recht frei über die Summe zu entscheiden. Er ist nicht verpflichtet das Geld in ein Bauvorhaben zu stecken. Ihm steht frei zu das ersparte in ein Auto oder ein Urlaub zu investieren.
Bei günstigen Bausparkrediten ist der Sparer jedoch gezwungen, die Kreditsumme nur für Baumaßnahmen, Sanierungen, Renovierungen, Instandhaltungsmaßnahmen, Immobilienkäufe usw. zu nutzen


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